Get Adobe Flash player
Follow us on Twitter

postheadericon Buchpräsentationen-Lesungen

postheadericon Allein zu Hause

 

 

  • Gebundene Ausgabe: 171 Seiten
  • Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (23. Februar 2011)

Ein Asylwerber ist  eine Personen, die in einem fremden Land um Asyl,  um Aufnahme und Schutz vor politischer oder sonstiger Verfolgung in seinem Heimatland sucht.

Das Bild das wir von einem Asylanten besitzen wird geprägt von den Berichten in den Medien, den Diskussionen der Parteien, der Forderungen der karitativen  Einrichtungen und ist geprägt von Vorurteilen und Nichtwissen.

Gelangt ein Flüchtling, ein Asylwerber in Österreich ist seine erste Station ein sogenanntes Erstaufnahmezentrum. Dolmetscher , Psychologen stehen dem, der das Wort "Asyl" ausgesprochen hat zur Seite. Nach der Abklärung ob bereits in einem EU-Land um Asyl angesucht wurde, (lt Dubliner Abkommen sind diese Länder verpflichtet den Asylwerber zurück zu nehmen), wird der Asylant in die Grundversorgung übergeben. Und hier beginnt das Warten, während das Asylverfahrens läuft. Es kann schnell gehen oder langsam, Wochen, Monate oder Jahre dauern bis ein gültiger Bescheid vorliegt. Entweder wartet die Berechtigung für das Verbleiben in Österreich oderdas Oneway Ticket Richtung Heimat.

Doch was passiert wenn das Verfahren Jahre dauert, wenn Menschen die nach Österreich flüchten in der Hoffnung, Mord, Folter und der Verfolgung im Heimatland zu entkommen zum Warten verurteilt werden? Menschen denen  oft nur der Ausweg blieb sich skrupellosen Schleppern anzuvertrauen? Es werden Familien gegründet, Kinder kommen zur Welt und die Geschichte dieser Kinder erzählt Dr.Susanne Scholl in ihrem Buch. Geschichten von Kindern die in Österreich geboren wurden, aber die eines Tages von der Fremdenpolizei von der Schule, im Morgengrauen aus dem Bett geholt werden, in Schubhaft landen und die in ein Land müssen das ihnen fremd ist.  Kinder wie Aneta und Amina. Ihren Eltern wurde gesagt wann sie abgeholt würden, sie konnten sich verabschieden von ihren Freunde, Bekannten. Jahre hatten sie in Röthis verbracht. Doch als die Polizei kam wurden sie erwartet. Von Menschen die Solidarität zeigten, die nicht verstanden warum nach Jahren die Ausweisung verordnet wurde. Familie Durimis durfte bleiben, die Abschiebung  aufgeschoben.

Yusofs Eltern sind nicht verheiratet, sein Vater Fahim ist Afghane, sein Asylantrag wurde genehmigt. Sein Geld verdient er als Taxifahrer in Wien, sorgt für sein eigenes Auskommen.  Seine Mutter ist Mongolin, Uyanga fand einen Job bei einer tschechischen Firma, ihre Schwester arbeitet in Österreich. Beide verließen ihre Familien um Geld zu verdienen, um der Armut und Hoffnungslosigkeit zu entkommen.  Die junge Mongolin besuchte öfters  ihre Schwester und lernte hier Fahim kennen und lieben. Doch Uyanga wurde schwanger, verlor darauf hin ihren Job in der Tschechei und auch folglich ihr Visum. Uyanga kam  nach Wien, illegal, während Fahrim verzweifelt versucht die Heiratserlaubnis und Asyl für seinen Freundin zu bekommen. Es dauert und in der Zwischenzeit kommt der kleine Yusof auf die Welt und der Abschiebebescheid. In Handschellen wird Uyanga von der Polizei abgeführt und mit dem Säugling nach Tschechien verfrachtet. Zitat aus dem Buch " Im Bescheid hieß es , die Trennung der kleinen Familie sei durchaus zumutbar, und die öffentliche Sicherheit habe Vorrang vor dem Familienleben." Als Mutter frage ich mich- wie kann ein Säugling, ein Neugeborenes, die öffentliche Sicherheit gefährden?

Diese und andere Lebensgeschichten erzählt Susanne Scholl, zeigt uns damit ein anders Bild des Asylpolitik. Geschichten die berühren, die einem die Härte und Unmenschlichkeit des österreichischen Asylgesetzes vor Augen führt.

Vor allem zeigt sie uns, ermahnt uns nicht alle Asylwerber in den gleichen Topf zu werfen, hier zu unterscheiden, zu differenzieren und nicht wegzusehen wenn Kinder ihre Heimat verlieren.

 


Dr. Susanne Scholl

hat in Rom Slawistik studiert, das journalistische Handwerk in der Auslandsredaktion der Austria Presse Agentur gelernt und ab 1985 unter Paul Lendvai in der Osteuropa-Redaktion des ORF gearbeitet. Sie hat 1989 als ORF-Korrespondentin in Bonn das Ende der DDR miterlebt und danach von 1991 bis 2009 mit einer kurzen Unterbrechung aus Moskau berichtet. Seit 2009 lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Wien. Susanne Scholl hat vier Sachbücher und drei Romane sowie einen Gedichtband veröffentlicht und mehrere Preise und Auszeichnungen für ihre journalistische Arbeit erhalten.

„Susanne Scholls Position war nie die eines abseits stehenden kühlen Beobachters, sie hat immer alles gemeinsam mit den Menschen erlebt.“

Irina Scherbakowa, russische Menschenrechtlerin, anlässlich der Verleihung des Concordia-Preises an Susanne Scholl

 

 

hier erhältlich   Allein zu Hause

 

 

 

 

 

 
für den Inhalt verantwortlich Barbara Lechner