Buchpräsentationen-Lesungen
Böse Mütter Meine mütterlichen Sünden, großen und kleinen Katastrophen und Momente des Glücks
Sie sind Mutter, und sie haben am Spielplatz nicht genügend Spielzeug für alle mit- keine Jause aus kontrolliert biologischen Anbau dabei und am Abend freuen Sie sich auf ein Rendezvous mit ihrem Mann, anstatt stundenlang Gute Nacht Geschichten vorzulesen? Ihr Kind wird im Kinderwagen durch die Gegend kutschiert, anstatt im Tragtuch zu schlummern? Fertignahrung statt Muttermilch? Willkommen im Club der bösen Mütter!
Laut Ayelet Waldman sitzt der sogenannte Tssts- Reflex bei allen Eltern tief. Wahrscheinlich wird er bei der Geburt des ersten Kindes automatisch aktiviert, und wir versuchen andere Eltern von unseren - die natürlich absolut richtig sind- Erziehungsmaßnahmen zu überzeugen und sie zu belehren. Oder, so stellt die die Frage in den Raum, glauben wir unseren inneren Zankteufel ab diesem Zeitpunkt ungehindert loslassen zu dürfen? Denn fürchten wir nicht das den gleichen Fehler den andere bei ihren Kindern machen, wir auch etwas falsch machen könnten. Also verwandeln wir uns in Verkäufer und versuchen unsere Erziehung an den Mann-bewz an die Eltern - vorwiegend aber Mütter zur bringen. Aber was löst dieses Verhalten bei unserem Gegenüber aus- ein Gefühl des Versagens und keine Supermama zu sein. Kommt die härteste Kritik nicht von außen sondern von innen, von sich selbst.
1997, schwanger mit ihrem Sohn Zecke suchte sich die werdende Mutter in den Anfangszeiten Rat und Hilfe in dem noch in den Kinderschuh liegendem WWW.In Mailingslisten die von denForen und Communities der heutigen Zeit weit entfernt waren traf sie auf die ersten Supermütter. iÍn unzähligen Mütter/Hebammen/Kinderforen bekommt die moderne Mama heute jede Information und zu allem einen "Rat", sei es Schlafen, Essen, Trotzanfälle oder nur zum Knochenjob "Kindererziehung". Aber auch hier giltheute wie damals - wehe wenn sie losgelassen werden die Supermütter- dann ist ein Mitglied schnell an den Pranger gestellt als "Böse Mutter".

Böse Mütter Meine mütterlichen Sünden, großen und kleinen Katastrophen und Momente des Glücks
- Gebundene Ausgabe: 183 Seiten
- Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (Juli 2010)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3608946160
- ISBN-13: 978-3608946161
- Originaltitel: Bad Mother. Essays an Motherhood
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Nach der Geburt des ersten Kindes stieg sie unmittelbar wieder in die Berufswelt als Anwältin ein. Für die Kinderbetreuung zu Hause war ihr Mann Michael Chabon zuständig. Der Pulitzer Preisträger und die Anwältin heirateten 1993. Der Schriftsteller konnte javon zu Hause aus arbeiten, so war es für die als Feministin erzogene Mutter die scheinbar beste Lösung. Waldman und Chabon zogen nach Kalifornien und auch Ayelet begann 1997 mit dem Schreiben, zahlreiche Essays, Romane und auch juristische Sachbücher entstanden seither.Ihr Roman "Dem Himmel so fern" (engl. Orginal Love and Other Impossible Pursuits) ,die Geschichte eines Musterehepaares in den Zeiten der ersten Fernsehgeräte wurde mit Dennis Quiad und Julianne Moore in den Hauptrollen verfilmt (2003 in den deutschen Kinos zu sehen)
Nach der Geburt ihres dritten Kindes 2001 meldete sich bei der erfolgreichen Strafverteidigern jedoch das schlechte Gewissen, sie beneidete ihren Mann um die Zeit die er mit den Kindern verbringen konnte. So räumte sie ihr Büro und hängte die Karriere an den Nagel um Vollzeitmama zu werden. Doch nach der anfänglichen Euphorie begann sie sich in dieser Rolle unglücklich und nicht ausgelastet zu fühlen.Gleichzeitg fühlte sie sich als Versagerin in ihrer Mutterrolle, da sie dem Rollenklischee nicht entsprechen konnte. Ihre Gedanken und ihre Sichtweise verarbeitete sie in verschiedenen Artikeln u.a. auch auf Salon.com. Partnerschaft, Kindererziehung, und der Alltag als Mutter von 4 Kindern waren die Themen, stießen jedoch nicht immer auf Gegenliebe bei den Leserinnen. Die Reaktionen darauf waren positiv aber auch durchaus heftig, und so manche Kommentare werden auch im Buch zitiert. Der Kreuzzug der selbsternannten Supermütter gegen Ayelet Waldman begann als sie in einem Essay schrieb: "I love my husband more than I love my children".Zuerst nur in der Anthologie " Because I Said So: 33 Mothers Write About Children, Sex, Men, Aging, Faith, Race and Themselves" veröffentlich, nur einer kleinen Leserschaft zuggänglich wie Waldman annahm , wurde der Artikel im März jedoch im Modern Love Abschnitt der New York Times veröffentlicht. (Originalartikel hier nachzulesen).
Eine Welle der Empörung brandete nicht nur durch das Internet, und die Autorin sah sich unzähligen Anfeindungen ausgesetzt und wurde als Böse Mutter abgestempelt. Eigentlich hätte nun ein jeder erwartet das sie den Kopf in den Sand steckz und immerfort bedauert "mea Culpa, mea Culpa" . Doch das ist nicht die Art von Ayelet Waldman, in ihrem Buch "Böse Mütter -Meine mütterlichen Sünden, großen und kleinen Katastrophen und Momente des Glücks" erschienen im Klett-Cotta Verlag, führt die Anwältin ein Playdoyer gegen das oft von außen eingeredete schlechte Gewissen der Mütter. Mit einer spitzen Ironie, etwas Sarkasmus, und einer unglaublichen Leichtigkeit erzählt sie von ihrem Leben als Mutter.
Erzählt von all den Problemen die eine jede Mutter kennt. Partnerschaft, ihr Leben vor den Kindern, ihre feministische Erziehung und ihre Kinder stehen im Mittelpunkt. Das Jonglieren zwischen Beruf und Kindern und der Einsicht das beide Leben zwei Seiten haben lässt sie erkennen , das der Feminismus kein neues Mutterbild gebracht hat. Von Probleme vom Stillen, Hausaufgaben, Schwiegermütter,von der Fetischisierung unserer Kinder, der zwanghaften Suche nach Perfektion und auch von den traurigen Momenten einer Fehlgeburt wird erzählt. Sie lässt uns teilhaben an den kleinen und großen Momenten des Glückes im Leben,aber beichtet auch ihre Sünden und gibt uns Müttern einen Rat den wir beherzigen sollten:: sie rät uns zu mehr Gelassenheit und wir können nicht alles perfekt machen.
In all der Flut von Erziehungsratgeber, Elternforen und Durchschlafbüchern, ein wunderbares Buch für jede Mutter- aber auch für Väter. Geschrieben in einer Weise, wo die Liebe zu ihren Kindern und ihrem Mann mit jeder Zeile spürbar wird und berührt, zum Nachdenken über das eigene Muttersein anregt und vor allem uns aufzeigt, wir müssen nicht den Anforderungen von außen gerecht werden, sondern nur denen unseres Kinder.
Die Autorin:
Ayelet Waldman (als überzeugte Feministin nahm sie den Namen ihres Mannes nicht an)
amerikanische Schriftstellerin und Anwältin
geb. 11. Dezember 1964
lebt heute mit ihrem Mann und ihren vier Kindern, Sophie (geb. 1994), Ezekiel "Zeke" Napoleon Waldman (geb. 1997), Ida- Rose oder "Rosie" (geb. 1. Juni 2001) und Abraham "Abie" Wolf Waldman (geb. 31. März 2003)in Elmswood Berkeley, Kalifornien
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