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postheadericon Das Jesustuch

 

Alexander Lohner

Aufbau Taschenbücher Verlag Oktober 2005


Jean-Pierre de Voisins ist ein junger Ritter im Frankreich des 13. Jahrhunderts. Der junge Mann ist geprägt durch die strenge katholische Erziehung, die Etikette und die Vorschriften der adligen Welt. Nach dem Tod seines ältesten Bruders während einer der ersten Kreuzzüge, hat sich sein Vater zu einem Gegner der Kämpfe um die Stadt Jerusalem und gegen den Islam gewandelt. Als Jean sich jedoch entschließt nach einem Unfall, der ihn sein Leben überdenken lässt, an einem weiteren Kreuzzug teilzunehmen, stößt er dabei bei seiner Familie auf Unverständnis, und bricht im Streit nach Marseille auf um sich dort dem Heer anzuschließen.

Auf der Überfahrt gerät sein Schiff in ein Unwetter und kommt dadurch vom Kurs ab, Piraten kapern das Schiff und der junge Ritter gerät in Gefangenschaft. In Tunis wird er dem Hakim des Emirs übergeben, dieser versorgt den verletzten Adligen, und Jean lernt eine ihm fremde Welt kennen.

Ab hier verwandelt sich der Roman eher zu einer Abhandlung über den christlichen Glauben, den Islam und die jüdische Religion. Dr. Alexander Lohner lässt drei Vertreter der Glaubenrichtungen aufeinander los, den jungen Adligen, den Sohn des Emirs und einen jungen Rabbiner. Jean verliebt sich zwar in eine Muslime, diese enstscheidet sich jedoch für ihren Glauben und ihre Familie.

Der Titel lässt vermuten, das hier die Geschichte des Turiner Grabtuches erzählt wird, dies spielt nur eine kleine Nebenrolle. Vielmehr stehen die Unterschiede der einzelnen Religionen und die Suche von Jean nach dem richtigen Glauben im Vordergrund.

Spannung kommt leider selten auf, auch wenn die Legende die hier von Alexander Lohner neu erfunden wird bleibt sonst hier nichts neues zu entdecken. Vielmehr eine Diskussion dreier junger Männer über ihren Glauben, eher ein Sachroman als ein spannender historischer Roman. Der Autor beschreibt zwar gelungen den Zwiespalt des jungen Franzosen, der erkennen muss das vieles in seiner Welt von der Kirche bewusst beschönigt oder auch zu ihren Gunsten benutzt wird, das der Islam und seine Welt anders als in den Predigten der Kirche und in den Ansichten seiner Landsleute ist. Am Schluss kehrt Jean aber doch nach Hause zurück, in seinem Gepäck jedoch etwas, was die Wissenschaft und die Kirche lange vor ein Rätsel stellte.

 

 

 

 
für den Inhalt verantwortlich Barbara Lechner