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Die Gabe der Jungfrau

    Buch hier erhältlich
  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 2. (8. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442470366
  • ISBN-13: 978-3442470365

Buchtrailer auf youtube

 

Der als Feldzeichen geführte Bundschuh, ein typisches Kleidungsstück der bäuerlichen Bevölkerung im 16. Jahrh. gab der Bewegung ihren Namen- Bundschuh-Bewegung. Von 1493 bis 1517 in Südwestdeutschland, kam es zu einer Anzahl von lokalen Verschwörungen und geplanten Aufständen in Schlettstadt, Untergrombach, Lehen im Breisgau und am Oberrhein..1439, 1443 und 1444 am Oberrhein  wurden die Truppen des französischen Grafen von Armagnac von den aufständischen Bauern zurückgeschlagen.1493 wurde der Bundschuh. der auch einen Kontrast zu den Ritterstiefeln der verhassten Herrschaft bildete, zu einem Sinnbild für die Aufbegehrung gegen die Willkür der Obrigkeit, dem Lehensystem, des Rechstsystems und der hohen Steuerbelastung.Nach Hunger und Pestjahren kam es 1502 unter der Führung von Joß Fritz zu einer Bundschuh-Verschwörung in Bruchsal und Untergrombach im Bistum Speyer, die niedergeschlagen wurde und die Anführer wurden verhaftet und hingerichtet- bis auf einen Joß Fritz entkam und tauchte unter, zettelte im Untergrund wieder Verschwörungen an, konnte aber der Obrigkeit immer wieder entwischen und seine Spur verlor sich schließlich. Soviel zum historischen Hintergrund vor dem der folgende Roman spielt.

Um 1525 beginnt der Roman von Deana Zinßmeister. Eine bäuerliche Familie, gutgestellt und doch einigen einfachen Wohlstand, geführt mit harter Hand vom Vater. Der Patriarch  hält die Zügel fest und straff in der Hand, duldet keinen Widerspruch- sein Wort ist Gesetz am Hof. Daniel Hofmeister hat zwei seiner Söhne in den Krieg geschickt um für die Sache der Bauern zu kämpfen. Anna, seine Tochter ist durch ein unsichtbares Band geistig mit ihren Brüder verbunden, und nach einen furchtbaren Traum fasst sie den Entschluss die zwei Kämpfer nach Hause zu holen.  Denn das Bauernmädchen hat eine Gabe, sie träumt von Personen kurz bevor diese vom Sensemann geholt werden. Voller Angst um das Leben ihrer Brüder will sie um jeden Preis dieses beschützen. Obwohl der Vater gegen ich Vorhaben ist, lässt er sie ziehen, nicht ohne vorher aus einer geheimnisvollen Kiste ihr seinen Pilgerstab mitzugeben und auch eine geheime Losung mit der sie sich Unterkunft bei ausgesuchten Wirtsleuten sicher kann.

So beginnt Anna ihre Wanderung, in der damaligen Zeit kein sicheres Unterfangen für ein Weibsbild ohne Mann an der Seite. Sie erkennt das hinter der Losung mehr stecken muss als nur einfaches Pilgerwissen, vor allem als immer öfter nach dem Namen ihres Vaters gefragt wird. Auf ihrer Reise lernt sie die unterschiedlichten Menschen kennen, wie den geheimnisvollen Wolfsbanner der ihr  wieder gegenübertritt als sie als Gefangene auf der Burg Nanstein festgehalten wird.Gleichzeitig müssen auch ihre beiden Brüder ihren Weg meistern und auch sie erkennen das ihr Vater nicht der ist der er vorgibt zu sein, und ein Geheimnis verbirgt, seine Pilgerreisen einen gar nicht heiligen Hintergrund hatten.

Drei Geschichten werden paraell erzählt und miteinander verknüpft, Annas Suche, der Weg ihrer Brüder und die Vergangenheit ihres Vaters. Durch die die verschiedenen Perspektiven, die genauen historischen Details und die Genauigkeit mit der die Autorin ihre Figuren zeichnet, entsteht ein wunderbarer historischer Roman und lässt den Leser in das Deutschland des 16. Jahrhunderts eintauchen.

Zwei Klippen müssen historische Romane meiner Meinung nach gelungen umschiffen um den Leser zu fesseln. Das erste wäre nicht zu sehr das Historische vordringen zu lassen und den Leser mit Jahreszahlen und Ereignissen zu bomardiern, Geschichtsunterricht gibt es in der Schule und für alles andere die Sachbücher. Die zweite Klippe ist die Sache mit der Liebe, sie sei den Hauptdarstellern vergönnt, aber nicht zu viel davon! Gibt es seitenweise nur Liebesschwüre und die Hauptfiguren sinken sich andauernd mit schmachtenden Augen in die Arme - bleibt die Handlung und die Spannungunweigerlich  auf der Strecke. Beides umgeht Znißmeister gekonnt, von Historie und Liebe genau so viel wie es der Roman braucht um real, authentisch und glaubwürdig zu sein.

Vor allem da der Schluss etwas offen bleibt, kann der Leser sich selber darüber Gedanken machen wie es weitergeht, ob Anna ihr Glück wirklich gefunden hat, und die Frage bleibt offen ob Daniel Hofmeister sein Vorleben seinen Kindern erzählt oder sich weiter ihnen gegenüber in Schweigen hüllt, und seinen wahren Namen nennt.

 

Zur Autorin:

Deana Zinßmeister geboren  1962 in Dillinge

2006  hat sie ihre  beiden ersten Romane Fliegen wie ein Vogel und dessen Fortsetzung Der Duft der Erinnerung veröffentlicht.

Mehr über die deutsche Schrifstellerin die heute im Saarland lebt auf ihrer Homepage

 

bisher erschienene Bücher von Deana Zinßmeister

Die Gabe der Jungfrau (2010)

Das Hexenmal (2008)

Fliegen wie ein Vogel  und Der Duft der Erinnerung (beide 2006)

Ende November wird ihr neues Buch "Hexenturm" erscheinen.

Bücher hier erhältlich