Facebook Share
Share on facebook
Follow us on Twitter

Es reicht! Für alle ! Wege aus der Armut

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Deuticke im Zsolnay Verlag (8. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552061142
  • ISBN-13: 978-3552061149

 

Was ist Armut? Gibt es Wege aus dieser und reichen die Leistungen des Staates aus? Wie wird man arm- oder wird man arm geboren?

Es ist nicht nur der Mangel an Geld, sondern auch die Folgen davon die arm machen. Arm zu sein, heißt auch nicht am kulturellen Leben teilnehmen zu können, Kindern die Schulausflüge streichen sondern auch eine geringere Lebenserwartung zu haben. Nur mit Harz IV alleine kann keine private Krankenvorsorge, keine Einzahlungen auf ein Rentenkonto und auch keine gesundheitliche Vorsorge getroffen werden. Dies bedeutet bei jahrelange geringem Einkommen auch als Rentner am Existenzminimum zu leben.

Kinder zeigen oft nicht das sie arm sind, aus Angst dem Spott und Hohn ihrer Mitschüler ausgesetzt zu werden. Neue Fahrräder,Markenklamotten, I-Pod oder Handy; für viele Kinder in Österreich und Deutschland ein Traum der unerfüllt bleiben muss, doch auch ausreichend gesunde Ernährung, die Möglichkeit einen Sportart zu betreiben, ausreichend geheizte Wohnung- auch das gehört für viele Kinder nicht zum Alltag. Die Gründe dafür sind manigfaltig:Arbeitlosengeld,Hartz IV, Sozialhilfe,Mindestpension zum Leben zu wenig zum Sterben zu viel. Wer vieviel Geld vom Staat bekommt bestimmen Regelsätze- Schulausflüge,Bücher, aussernatürliche Arztkosten, Kultur und so vieles mehr das zu einem "Standardleben" gehört, hat hier keinen Platz.

 

Ein wichtiger Punkt der hier im Buch angeschnitten wird ist das die Deutung der Armut fast immer in den Händen jener liegt die nicht von der Armut betroffen sind. Jede Menge ExpertInnen gibt es die sich mit dem Thema beschäftigen. In diversen Talkshows wird gezeigt wie man mit dem Regelsatz auskommt, aber es werden Familien gezeigt die unerwartet in die Armutsfalle geraten sind, aber auch jene die das System ausnützen. Letztere bleiben in Erinnerung und polarisieren die Gesellschaft. Die Mutter die nach einer Scheidung vom gewalttätigen Ehemann keinen Job findet wird vorgeworfen arbeitsscheu zu sein, bekommt aber den  gleichen Regelsatz wie ein Alkoholkranker. "Die wollen ja alle nicht arbeiten", wird verallgemeinert aber die Schicksale die hier im Buch aufgezeigt werden Beweisen das Gegenteil. Es geht schnell in die Armutsfalle zu geraten und die Auswege sind oft schwer und für manche unlösbar.

Wie die Autoren im Buch treffend beschreiben: Armut ist nicht nur Entbehrung, sondern auch Demütigung und Beschämung. Wer mag schon dem Nachbarn zugeben das das Geld nicht bis zum Ende des Monates reicht und man im "Sozimarkt" einkauft, von Sachspenden cariativer Einrichtungen lebt, die Kleidung aus dem Container kommt und die Kinder zur Mittagstafel der Kirche geht?

Politiker sehen hier nur Zahlen und Fakten, so sie Seedoofer in Erinnerung gebracht als er als Gesundheitsminister festlegen wollte, wie viele Unterwäsche einem Sozialhilfeempfänger zustehen.

Hier zeigt sich das zwar debattiert wird aber keinen greifbaren Lösungen geboten werden.

Im Buch geht es vorrangig um die Armut in Deutschland und Österreich selber, zeigt mit erschreckenden Fakten auf wie viel z.B. im Winter auf eine ausreichen warme Wohnung verzichten müssen und das die Armut viele Gesichter hat.

Zum Vergleich werden andere Länder herangezogen, es werden Lösungsvorschläge in den Raum gestellt, die Ergebnisse von "Armutsforschern" präsentiert und auch aufgezeigt das Armutsbekämpfung möglich ist.

Michaela Moser und Martin Schenk ist es gelungen über die Armut zu berichten von der immer mehr Menschen betroffen sind ohne hier dem Boulevardjournalismus Raum zu geben sonder sachlich, eindrucksvoll und mit einer Schonungslosigkeit berichten die betroffen macht. Die Fakten die hier aufgezeigt werden laden zum Nachdenken und zum Diskutieren ein und es bleibt die Hoffnung das doch einige Politiker dieses Buch in die Hand nehmen und es auch lesen.

bol.de - einfach rund

Die Autoren:

Michaela Moser

geboren 1967 in Kufstein. Studium der Theologie und Philosophie, Sozialexpertin, Ethikerin und PR-Beraterin, Mitarbeiterin der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldnerberatungen Österreichs, Vizepräsidentin des European Anti Poverty Networks und langjährige Aktivistin der österreichischen Armutskonferenz.

Martin Schenk

geboren 1970 in Wien, Studium der Psychologie, Sozialexperte der Diakonie und Mitbegründer des Anti-Armut-Netzwerks "Die Armutskonferenz" (Österreich). Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und schreibt regelmäßig für verschiedene Tageszeitungem (u.a. Furche, Standard und Presse).