Helena
  • Ausgezeichnet mit dem Sir Walter Scott Preis 2012
  • Mit dem Sir Walter Scott-Preis zeichnet der Autorenkreis Quo Vadis den besten deutschsprachigen historischen Roman der vergangenen zwei Jahre aus  .

  • Gebundene Ausgabe: 216 Seiten
  • Verlag: Edition Raetia; Auflage: 1., Auflage (September 2010)

 

Helena, die schönste Frau der griechischen Mythologie, umworben von zahlreichen griechischen Fürsten, von den Göttinnen um ihrer Schönheit beneidet. Von Paris nach Troja entführt, Auslöser des trojanischen Krieges, so erzählt Homer und die Illias.

Doch es gibt noch eine andere Version der Sage um die schöne Königstochter, die entführte Schönheit kommt nicht in Troja an, sondern strandet in Ägypten, so erzählt Euripides die Sage.

Selma Mahlknecht erzählt uns diese andere Geschichte von Helena. Sie erzählt die Geschichte einer Frau die unter dem Fluch ihrer Schönheit leidet. Von Kindheit an beneidet von den anderen weiblichen Wesen am Hof ihres Vaters, findet sie Trost in der Einsamkeit. Unzählige Verehrer kommen an den Hof nach Sparta, doch sie will sich nicht für einen entscheiden, wird sie doch das sie nur um ihrer Schöhnheit willens begehrt, sie will mehr, will um ihrer selbst geliebt werden.

Sie versucht zu fliehen,dem Druck einen Mann zu wählen zu entkommen, die Rettung für die vergötterte Prinzessin scheint in den Brüdern Theseus und Peirithoos zu nahen , die sie in ihre Heimat entführen. Eine Freiheit die nur kurz dauert, ihre Brüder „retten“ sie und am Hof ihres Vaters bleibt ihr nur eine Wahl- einen der Freier zu erwählen und zu heiraten. An der Seite ihres Gemahls Menelaos findet sie einige Jahre der Ruhe und des Glückes. Ihr beschauliches Leben findet jedoch jäh ein Ende, sie wird geraubt, entführt und geschändet.

Ausgeliefert dem Machtspiel der Männer erleidet sie ein grausames Schicksal, von ihren Kindern getrennt wird sie gedemütigt, erniedrigt und keiner fragt mehr nach ihrer Schönheit. Umsorgt fremde Kinder, während ihr Herz sich nach ihren eigenen verzehrt. Hier in Ägypten ist sie nur eine Sklavin, ausgeliefert der Willkür anderer. Nicht mehr von Nutzen wird sie wieder ausgestossen, verliert wieder ihre Heimat. Ihre neue findet sie am Hof von Nofret, der Gemahlin des Seti. Wird Vertraute der jungen Prinzessin, aber auch von ihr nur als ein „Ding“, als Gegenstand betrachtet, austauschbar und ohne Wert. Die Königstochter aus Sparta, die Herrscherin, die am meisten besungenste Frau der Welt, sie ist tot, begraben von Helena selbst.

Doch „Helena“ ist auch eine andere Geschichte, erzählt nicht nur das Schicksal einer Frau in einer von Männern geprägten Welt, sondern von einer Suche nach dem eigenem “Ich,”stellt die Frage – ist Schönheit ein Segen oder kann es auch ein Fluch sein?Schildert den Zweifel der in der Griechin nagt, liebt man sie nur wegen ihrer Schönheit oder zählen die inneren Werte für die anderen, zeigt das die Vergötterungen der Männer  auch zu einem Fluch werden können , zerstören sie doch ihr Leben. Helena ist eine Frau die an ihrem Schicksal zwar zuerst zerbricht, aber zu ihrer inneren Stärke findet, ihre Vergangenheit vergessen muss um zu überleben um neu geboren zu werden.

Die Autorin hat ein Thema gewählt, das ein wenig antiquiert anmuten mag, aber ihr gelingt es der Geschichte den Staub der Jahrhunderte wegzublasen, sie neu zu interpretieren.

Dadurch das Selma Mahlknecht sich der weniger bekannten Fassung von Euripides angenommen hat, die bekannten Figuren der griechischen Sagenwelt zwar ihren Platz lässt, die männlichen Helden zu Randfiguren degradiert, sich auf die Frau hinter der Geschichte konzentriert ensteht ein wunderbarer Roman.

Schönheit ist zeitlos, genau so die Geschichte der Südtirolerin. Die Geschichte der schönen Helena berührt, fesselt und stellt die Frage über den Stellenwert der Schönheit, auch in der heutigen Gesellschaft, in den Raum.

zu den Romanen von Selma Mahlknecht 

 

Die Autorin:

SELMA MAHLKNECHT

Geboren 1979 in Meran

Studium Drehbuch und Dramaturgie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. 2004 Uraufführung der Komödie “EX” als Koproduktion der Vereinigten Bühnen Bozen und des Theaters in der Altstadt Meran; Drehbuch zur Spielfilmserie “Von hier bis zum Mond” mit Karl Prossliner für den RAI-Sender Bozen. Theater: 2008  Neuinszenierung des Shakespeare-Stücks “Othello”, in welchem die Frauen im Vordergrund stehen, im Stadttheater Bruneck; 2009 Singspiel  “Mein Tirol” in Naturns, 2010 satirisches Lustspiel “xunthait” über die Wunderheilerin Petra Oberperfler alias “Enguana” sowie das gesellschaftsskritische Stück “Eingeklemmt – eine Generation zwischen den Fronten”.

Wohnhaft in Rabland/Partschins (Südtirol) und Wien.

 

mehr über die Autorin auf Edition Raetia

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