Steirerkind
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  • Broschiert: 279 Seiten
  • Verlag: Gmeiner; Auflage: 2 (15. Januar 2013)

Abteilungsinspektorin Sandra Mohr und Chefinspektor Sascha Bergmann vom LKA Graz, sind seit 2011 das Dream-Team in der österreichischen Krimiszene. Morde, vorwiegend angesiedelt in der schönen Steiermark sind ihre Beschäftigung, besser gesagt die Suche nach dem Mörder.

Krimis gibt es wie Sand am Meer, ein Aspekt dieses Genres sind die Morde, hier wurde auch schon fast jede Möglichkeit von den Autoren ersonnen, wie man jemanden um die Ecke bringen kann.  Es gibt immer einen Mörder oder eine Mörderin, immer ist wer der Böse und am Ende war es (nicht) immer der Gärtner. Krimis liebte schon die Mimi und seit Neuestem auch ich.

Nun konnte ich diesem Genre vor einigen Jahren noch wenig abgewinnen, gibt es hier „Neues“ am Markt, die sogenannten Regionalkrimis.  In dieser Sparte schreibt Claudia Rossbacher ihre feinen Krimis. Sie hat die richtigen Zutaten dazu gefunden, ein Ermittlerteam, im Vordergrund eine junge, steirische Lady, Typ „das nette Mädel von nebenan, wo halt nicht alles so perfekt im Leben läuft“. Dazu einen smarten Inspektor als Gegenpol, der etwas selbstverliebt ist, deutlich eine Neigung in Richtung Selbstverliebtheit, sich dadurch auch ein wenig wichtiger nimmt als er ist, aufweist- fertig.

Ja, das Wichtigste fehlt noch, eine Handlung, die nicht hahnebüchern an den Haaren herbeigezogen ist, sondern glaubhaft.

So auch in neuestem Fall, „Steirerkind“.  Kurz vor der Eröffnung der Ski WM in Schladming, wird der seit Weihnachten vermisste Cheftrainer des österreichischen Herrenteams wieder aufgefunden. Nicht gerade fit sondern als Wasserleiche in der winterlichen steirischen Alpenwelt.  Er war nicht gerade beliebt, ein typischer Ungustl. Also geht’s von Graz ab in die verschneite Dachsteinergegend.

Wer ist der Mörder? Österreichs Sportsuperstar und der größte WM Star und Favorit Autischer oder gar die nicht gerade trauernde Witwe? Oder einer der von dem Trainer abgesägten Skistars, die nun nicht mehr für Österreich an den Start gehen dürfen? Von einem Krimi kann man nicht viel von der Handlung verraten, das wäre ja nicht Sinn der Sache, aber nur soviel, es ist ein Krimi wie er sein sollte. Alles ist vorhande, falsche Spuren, die Verdächtigen, die Vorgeschichte die zum Mord führt, das perfekte Ambiente und natürlich die passenden Spürnasen. Dazu noch so steirisch wie das Kürbiskernö, wie Arnies Dialekt und so wunderbar wie die tiefverschneite winterliche Landschaft der steirischen Bergwelt. Aber das was es zu einem guten, einem sehr guten Krimi macht- kein Klischee, sondern Realität und keine Schönrednerei bestimmen den Stil.

Der Skizirkus während der WM in Schladming, die Welt des ÖSV-Teams und auch die beschauliche, ruhige Welt der Einheimischen, überall könnte der Mörder sich verbergen. Nicht gerade begeistert wird die Ermittlungsarbeit der beiden aufgenommen, alles andere nur keine Verhaftungen während des Trainings, keine unangenehmen Fragen nach der Vergangenheit, könnte man den Akt nicht einfach „vergessen“? Nicht bei Rossbacher,  sie präsentiert den Mörder/oder Mörderin, nicht auf dem Silberteller, nein, sie lässt den Leser zappeln.  Das Lesevergnügen stellt sich schon nach den ersten Seiten ein,  die Autorin  geht die Sache locker und in einem wahrlich lesenswerten Schreibstil an, es macht einfach Freude sich mit den Ermittlern auf die Suche nach dem „Warum“ zu machen.

Wunderbar ist die Schreibweise, es ist ein Krimi, der in Österreich spielt, also wird auch Dialekt gesprochen, bezw., es wird geredet, wie der Schnabel einem gewachsen ist. Da redet keiner geschwollen daher, „Würden Sie bitte eintreten“, sondern es heißt „Kommt´s eini!“,  dieser Lokalkolorit, immer an der richtigen Stelle, ist das I-Tüpferl, praktisch das Schlagobers zur Sachertorte.

Es gibt zurzeit drei Alpenkrimis von Claudia Rossbacher, erschienen sind sie im Gmeiner Verlag. Im September 2012 wurde mit der Verfilmung ihres ersten Krimis “Steirerblut” begonnen. Susanne Freund und Wolfgang Murnberger schrieben das Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Claudia Rossbacher. Hary Prinz, Thomas Stipsits, Andreas Kiendl, Johannes Silberschneider und Wienerin Miriam Stein stehen auf der Besetzungsliste.

 

Claudia Rossbacher, geboren in Wien, zog es nach ihrem Studium der Tourismuswirtschaft in die Modemetropolen der Welt, wo sie als Model im Scheinwerferlicht stand. Danach war sie Texterin, später Kreativdirektorin in internationalen Werbeagenturen. Seit 2006 arbeitet sie als freie Autorin in Wien. In dieser Zeit entstanden unter anderem mehrere Kriminalromane und Kurzkrimis. (Vita und Foto copyright Gmeiner Verlag)

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Hillarys Blut, Karibik-Thriller, Kontrast Verlag (2007)

Drehschluss Medienthriller, echomedia Verlag (2009)

Steirerblut – Ein Alpen-Krimi, Gmeiner Verlag (2011)

Steirerherz – Sandra Mohrs zweiter Fall, Gmeiner Verlag (2012)

Steirerkind – Sandra Mohrs dritter Fall, Gmeiner Verlag (2013)

Dazu zahlreiche Kurzkrimis mehr dazu auf der Homepage der Autorin

 

Griaß eich in der Steiermark: 66 Lieblingsplätze und 11 Erlebnisstraßen, Reiseführer von Claudia und Hannes Rossbacher, erscheint im  Gmeiner Verlag  (im März 2013)

Die Bücher von Claudia Rossbacher sind erhältlich im gut sortiertem Buchfachhandel bei amazon

 

sowie bei meiner

Lieblingsbuchhandlung

 

buchwelten (mit onlineshop)

 

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