Wolfsfieber 2 – Im Jahr des Wolfs

 

 

  • Taschenbuch: 518 Seiten
  • Verlag: novum pro (8. November 2011)

 

Die Geschichte von Joe und Istvan geht weiter. Die Geschichte knüpft zwar an Teil eins lückenlos an, durch die Rückblicke (nicht zu ausführlich aber doch ausreichend) kann man ohneweiters auch so der Geschichte folgen.

Joe ist verzweifelt, sie sieht ja nur einen Ausweg, die einzige Möglichkeit die ihr anscheinend bleibt ist Istvan zu verlassen obwohl sie ihn liebt. Nur sie glaubt sie haben beide ein Chance zu überleben, sie sucht Zuflucht in der Großstadt und vergräbt sich in einem Hotelzimmer. Bezaubernd wie die Autorin hier das Liebeslied der Hauptprotagonisten darstellt, man leidet richtig mit, es ist nicht leicht hier die Klippen des Kitsches zu umschiffen, aber es gelingt ihr mit Bravour die Geschichte in die richtige Richtung zu steuern.

Doch auch der tiefste Liebeskummer muss einmal ein Ende finden, so wagt sie sich wieder unter die Allgemeinheit, doch sie muss erkennen ein Leben ohne Istvan hat keinen Zukunft, keine Perspektive für sie. Hier ist eine Affinität zum Titel spürbar, wie ein Fieber brennt die Liebe zu dem Mann ihn ihr, löst es der Wolf aus oder der Mann, oder beide, es gibt keine Mittel dagegen so scheint es. Sie ist dem Fieber scheinbar ausgeliefert, leidet unter ihm, kann aber gleichzeitig so scheint es auch nicht existieren zu können. Mitleiden ist hier vorprogammiert.

Aber auch Werwölfe haben Liebeskummer, Freudensprünge hat ihr plötzliches Verschwinden nicht hervorgerufen, aber Happy End scheint nach Zweifeln und Vorwürfen von beiden Seiten in Sicht. Istvan verzeiht ihr, es scheint einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Weg zu stehen. Ach wie schön ist Liebe, auch wenn sie zwischen einer Journalistin und einem Werwolf ist… Herzschmerz, Romantik, so richtig zum dahinschmelzen. Wunderbar schildert Adelmann nicht nur wie sie Joe hemmungslos dem Liebeskummer hingibt sondern auch die erneuerte Annäherung, nach dem Joe Istvan doch in seinen Augen verraten, verstossen hat.

Doch ist es ist ja kein reiner Liebesroman sondern ein Fantasyroman, dazu gehört mehr. Nach dem Liebesfinale der Beiden geht es dann aber erst so richtig los. Von trauter Zweisamkeit keine Spur, von Friede, Freude Eierkuchen schon gar nicht.


 

Es kommen nun wieder einige Figuren die im ersten Teil schon ihren Platz hatten wieder vor, der Geschichte der Familie rund um Istvan wird mehr Platz eingeräumt, es kommt der Zwist der zwischen den einzelnen Rudeln herrscht mehr zum Vorschein, lässt die Liebesgeschichte etwas in den Hintergrund treten. Die einzelnen Werwölfe haben jeweils ihre eigenen Geschichte, aber sie haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden als Gestaltenwandler zu leben, im Gegensatz zu Istvan, der im Vergleich noch ein „junger“ Wolf ist, noch geprägt ist von Zweifeln, Angst und auch der Sorge um Joe. Zwar durch seine Andersartigkeit körperlich dem Menschlichen weit überlegen, ist er doch ein Mann mit all den menschlichen Bedürfnissen, Sehnsüchten und Träumen geblieben. Als Werwolf Macho und Kämpfer, als Mensch nur auf der Suche nach der Liebe, nach Geborgenheit. Zwei Seelen, zwei Gegensätze sind in ihm, beide fordern ihren Platz und Tribut, nicht nur von ihm, sondern auch von der Frau an seiner Seite.

 

Istvan und sein Rudel müssen sich ihren Gegnern stellen, es bleibt ihnen nur diese eine Möglichkeit um zu überleben. Mann könnte es als eine Art Metapher sehen, der Kampf der beiden Rudeln als Kampf gegen Gut und Böse, aber auch als Kampf von Vorurteilen und Verharren in alten Traditionen gegen Aufklärung und der Bereitschaft sich Neuem zu öffnen.

Der erste Teil war zwar für einen Debütroman ganz beachtlich, doch hier im zweiten Teil zeigt sich das die Autorin doch eine fundierte Ausbildung im Schreiben hat. Vorwiegend in der Ich-Form geschrieben, schreibt sie es zwar aus der Sicht der jungen Journalistin, bleibt aber doch distanziert, das heißt sie verliert sich nicht in der Figur, bewahrt so die Distanz die nötig ist um glaubhaft zu wirken. Auch im wahren Leben wissen wir oft nicht was sich hinter einem Menschen verbirgt, wenn Joe daher immer weiter in die Geheimnisse rund um Istvan eintaucht, kommen aber auf der anderen Seite wieder neue Fragen auf sie zu. Die Entscheidung bei der „Bestie“ zu bleiben verlangt ihr auch einiges ab, Verzicht auf viele das ihr Gewohnheit, Alltag ist und die Bereitschaft sich auf Neues, Fremdes einzulassen. Die Geschichte wird von einer leichten Melancholie durchzogen, der Leser spürt es kommt irgendwas, etwas Unvorhergesehenes.

 

Mut beweist die Autorin das sie auch aufzeigt das Liebe nicht immer nur Glück bringt, sondern auch die Gefahr birgt verletzt zu werden, zu leiden und auch trauern zu müssen. Sie stellt die Frage in den Raum, wieviel ist man bereit für das Glück, die Liebe aufzugeben, damit geht sie vom gewohnten Weg der üblichen Fantasyromane ab. Nicht nur die Fantasy sondern auch das reale Leben haben ihren Platz in den Roman der jungen Autorin. Ruth Adelmann verbindet das Negative das uns die Liebe bringen kann mit der Geschichte, ein wenig erinnert es an Romeo und Julia, es sei aber nur noch eines verraten -Sie werden am Ende überrascht sein !

 

kleine Leseprobe (mit freundlicher Genehmigung der Autorin), die einen Einblick in Istvans Seelenwelt gewährt, die Szene spielt kurz nach dem Joe beschlossen hat ein Leben mit dem Wolf im Mann zu führen.

„Joe, tu dir das nicht an. Wir beide haben Dinge getan, die wir bereuen, die nicht ganz nobel waren“, versuchte seine Honigstimme mich zu besänftigen.

„Hmpf. Das sehe ich anders“, war alles, was ich dazu meinte. „Erzähl erst mal weiter“, forderte ich. Jetzt sprach er schnell, manisch, wie im Fieber.
„Nachdem du abgefahren bist, erinnere ich mich nicht mehr richtig an die erste Vollmondnacht. Ich muss wohl die ganz Nacht gerannt sein. Erst als ich am Morgen aufgewacht bin, ist mir wieder alles eingefallen und der Schmerz kam mit ganzer Wucht. Ich wünschte, ich könnte dir das ersparen. Aber nur so verstehst du es. Als es mir wieder bewusst geworden ist, bin ich sofort nach Hause gelaufen. Ich hatte nicht erwartet, dass es mich so umhauen würde. Mein Haus, ohne dich. Zuerst dachte ich, ich würde mich zusammenreißen. Doch als ich ins Wohnzimmer kam und die Sachen sah, die du zurückgelassen hattest, da bin ich vollkommen ausgerastet. Ich hab alles kurz und klein geschlagen. Meine Wut und Frustration übernahmen die Kontrolle über mich und je mehr ich wütete, desto größer wurden mein Selbsthass und meine Schuldgefühle. Nur deshalb konnte ich es über mich bringen und sogar den Frost-Band zerstören. Ich wollte schon auf die Schallplatten losgehen, da sah ich mein Spiegelbild. Joe! Ich erkannte mich kaum wieder. Diese irisierend grünen Augen eines Halb­wolfes! … Das war nicht ich! Das war das Monster. Ich bekam Panik, als es mir klar wurde. Doch dieses Bewusstsein war notwendig. Nur so konnte ich mich damit auseinandersetzen, es so weit im Zaum halten, dass ich die Schallplatten unberührt ließ. Bevor ich noch mehr verwüsten konnte, rannte ich aus dem Haus, zurück in den Wald. Erst als ich bis zur Erschöpfung gelaufen war, ließ der Zerrstörungstrieb endgültig nach. Ich hatte es einigermaßen unter Kontrolle. Ich dankte Gott dafür, dass du nicht in der Nähe warst!“

 

 

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Ruth Adelmann

geboren 1983, lebt derzeit im Burgenland und in Wien. Seit dem Abschluss ihres Publizistik-Studiums an der Universität Wien arbeitet sie als freie Zeitungsredakteurin und als Marketingassistentin. Mit „Wolfsfieber 1“ erschien der Debütroman der jungen Autorin.

 

Rezension zum ersten Band “Wolfsfieber 1″

 

 

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