Hiobs Brüder

Klappentext:
England 1147: Eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung, fristen sie ein menschenunwürdiges Dasein, weil sie nicht zu den Kindern Gottes zählen: Simon hat die Fallsucht. Edmund hält sich für einen toten Märtyrerkönig. Regy ist ein Mörder und so gefährlich, dass er an einer Kette gehalten werden muss. Losian hat sein Gedächtnis und seine Vergangenheit verloren. Ausgerechnet Letzterem fällt die Führung dieser sonderbaren Gemeinschaft zu, als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet. Er bringt die kleine Schar zurück in die wirkliche Welt, wo Hunger, Not und Rechtlosigkeit herrschen. Auf ihrer Reise gelangt er zu erschreckenden Erkenntnissen über den Mann, der er einmal war. Und gerade als er einer Frau begegnet, mit der ein Neuanfang möglich scheint, beginnt Losian zu ahnen, dass er die Schuld an dem furchtbaren Krieg trägt, der England zugrunde zu richten droht ...
Das Buch ist ein typischer Gablé, gut geschrieben und recherchiert. Wenn mann zu lesen beginnt fesselt einem die sehr gute Beschreibung der Hauptpersonen, und das Thema Randgruppen (Behinderte,AUsländer ) bringt ein neues Thema, mal was anderes als Tempelritter,Kreuzzüge und Zeitreisen.
Das heute auch noch immer aktuelle Thema Ausländerfeindlichkeit wird hier mit dem Juden thematisiert, es könnte aber mehr auf die Spannungen eingegangen werden die zwischen Engländer und den Juden herrschten, vor allem die Unterschiede in der Lebensweise könnten mehr ins Detail gehen.
Bis zur Mitte des Buches ist es spannend zu lesen, durch eine überraschendes Ereigniss das eine Hauptperson betrifft bekommt das Buch einen leichten Abstieg in Richtung - aha jetzt weiss man ja wies ausgeht.
Die Autorin schafft es aber das Buch wieder spannend zu machen indem sie einen neuen Handlungsstrang bildet indem eine andere Hauptperson mehr in den Mittelpunkt des Romanes rückt.
Sympathisch macht die verschiedenen Hauptfiguren das auch die Guten nicht ohne Fehl und Tadel sind, und die Bösen dürfen auch so richtig böse sein, obwohl Regy teilweise Mitleid erregt, weil er zwar ein Mörder ist aber auch erzählt wird warum er zu einer Bestie in Menschengestalt wurde. Diese Figur wäre noch weiter ausbaufähig gewesen weil sie interessante Aspekte aufwirft- wie weit durfte der Adel gehen bis er zur Rechenschaft gezogen wurde?
Es wird hier die Geschichte Englands im 12. Jahrh. mehr mit Fokus auf das einfache Bauernvolk erzählt,ihre Sorgen und Nöten während des Englischen Bürgerkrieges werden gut beschrieben, es wird ein Einblick in die Politk des 12. Jahrhunderts geboten- Heiratspolitik, Täuschungen, Verrat alles vorhanden was die Politik im Mittelalter bestimmte.
900 Seiten die fesseln und ein kurzweiliges Lesevergnügen bieten

