Es gibt nur den geraden Weg – Mein Leben als Schatzhüterin Ägyptens

22. Mai 2013 – 10:03 Uhr | von B. Lechner

Was ist ein Schatzhüter? Nun, die Erklärung liegt wohl im Wort selber, jemand der etwas behütet, in der Mythologie war es oft ein Feuer speiender, furchteinflößender Drache. Mit diesem Wesen hat die Frau in dem Buch “Es gibt nur den geraden Weg: Mein Leben als Schatzhüterin Ägyptens“ wahrlich nichts gemein. Nicht mit Feuer und Schwert, sondern mit Liebe, Hingabe und Herzblut bewahrte sie die Schätze ihres Landes. Die Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz verfolgt sie wie viele andere vor dem Fernsehgerät, aber etwas beunruhigt sie, das die Feuer auf das Nationalmuseum übergreifen könnten. Doch was sie nicht weiß und sieht, ist das die Polizei sich aus diesem Bereich schon längst zurückgezogen hat, das die vorher bestbewachten Ausgrabungsstätten und Museen nun schutzlos sind. Anrufe von Journalisten, Fernsehbilder, die zerschlagene Vitrinen zeigen, es wird Gewissheit, der Schatz wurde geplündert. Bis heute sind zahlreiche Stücke verschwunden, 37 Stücke des historischen Schatzes des Land am Nil.

<a href=”http://www.amazon.de/gp/product/3462045350/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3462045350&linkCode=as2&tag=barbarbuchre-21″>Es gibt nur den geraden Weg: Mein Leben als Schatzhüterin Ägyptens</a><img src=”http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=barbarbuchre-21&l=as2&o=3&a=3462045350″ width=”1″ height=”1″ border=”0″ alt=”" style=”border:none !important; margin:0px !important;” wahrlich nichts gemein. Aber sie war eine Hüterin eines unbezahlbaren Schatzes, den sie zwar nicht mit Feuer und Schwert aber mit Herzblut, Liebe und Hingabe verteidigte.Die Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz verfolgt sie wie viele andere vor dem Fernsehgerät, aber etwas beunruhigt sie, das die Feuer auf das Nationalmuseum übergreifen könnten. Doch was sie nicht weiss und sieht, ist das die Polizei sich aus diesem Bereich schon längst zurückgezogen hat, das die vorher bestbewachten Ausgrabungsstätten und Museen nun schutzlos sind. Anrufe von Journalisten, Fernsehbilder, die zerschlagene Vitrinen zeigen, es wird Gewissheit, der Schatz wurde geplündert. Bis heute sind zahlreiche Stücke verschwunden, 37 Stücke des historischen Schatzes des Land am Nil.

Sieben Jahre war Wafaa El Saddik die Generaldirektorin des Ägyptischen Museum in Kairo, sieben Jahre war sie die Hüterin eines unschätzbaren Schatzes. Die Totenmaske des Pharaos Tutanchamun zählt wohl zu den bekanntesten Exponaten neben den  Mumien von zahlreichen Mitgliedern des Königshauses. Entstanden aus dem „Service des Antiquités de l’Egypte” (1835), ins Leben gerufen um die Schätze der Pharaonen vor Plünderung zu schützen ist es heute eines der bedeutendsten Museen der Welt. Am 28. Jänner 2011 wurde dieses Museum geplündert und an diesem Tag beschloss diese beindruckende Frau ihr Buch zu schreiben.

“Es ist an der Zeit, die Schubladen zu öffnen und all das auf den Tisch zu legen, was darauf viel zu lange warten musste.”

Wafaa El Saddik wurde in Bussat Karim Addin geboren, als Tochter eines Ingenieurs im Dienste der Republik, zieht sie mit ihrer Familie von Dorf zu Dorf. Es ist eine unbeschwerte Kindheit in einem Land, das von Gamal Abdel Nasser regiert wird. 1958 endet diese Kindheit am Land aber, als die Familie nach Kairo umziehen muss, ein Jahr voller Patriotismus, in diesem Jahr schlossen sich Ägyptens mit Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen.
1968 beginnt sie mit ihrem Studium, keine einzige Studentin trägt zu dieser Zeit ein Kopftuch, alle politischen Richtungen sind vertreten. Aus den Radios klingen die Beatles, die Studenten kämpfen für mehr Demokratie, 30 Studenten werden getötet.
In dieser Zeit erwischt die junge Studentin “der Fluch des Pharaos”, der dazu führt das die als erste Frau an der Spitze dieses einzigartigen Museums steht. Sie wird zu einer Direktorin, die „Nein“ sagt zur Ausbeutung der kulturellen Schätze ihres Landes, die oft als Geldquellen und auch politisch verwendet werden.

Sie erzählt aber nicht staubtrocken vom Alltag einer Direktorin, sondern von der politischen Geschichte eines Landes, von Auf-und Umbrüchen, von Hoffnungen, die erfüllt werden, und von jenen, die von Polizeiknüppeln zerstört werden. Der Bogen geht von dem Beginn der Sozialisten Republik Ägypten, zurück in die Zeit der Pharaonen, bis hin zur Gegenwart. Es wird dem Leser erzählt, warum Enttäuschung, Wut und zerstörte Illusionen zu den Bildern am Tahir-Platz führten, die über die Fernsehschirme der Welt flimmerten.
Das Buch ist voll mit Emotionen, mit persönlichen Eindrücken, es ist aber eines – eine Liebeserklärung einer Frau an ihre Heimat und an dessen Schätze und Geschichte. Wer weiß, welche Geheimnisse und Schätze  noch unter dem Wüstensand  begraben sind. Jene aber, die gefunden wurden, hat sie vielen nähergebracht, auch ihren Landsleuten, unzähligen Besuchern der durch sie organisierten Ausstellungen weltweit und auch den Kindern. Sie hat erkannt das die Liebe zur Geschichte eines Landes, der Vergangenheitbereits im Kindesalter geweckt werden kann und auch gefördert werden muss.
9783462045352_gr (1)Wafaa El Saddik, Rüdiger Heimlich
Es gibt nur den geraden Weg
Mein Leben als Schatzhüterin Ägyptens
ISBN: 978-3-462-04535-2
Erscheinungsdatum: 16. Mai 2013 Kiepenheuer&Witsch
368 Seiten, gebunden
mit zahlreichen Fotos Euro (D) 19,99 | sFr 28,00 | Euro (A) 20,60

Leseprobe sowie großes Autorenporträt


saddik (copyright Verlag)
Wafaa El Saddik, Dr. phil., geboren 1950, studierte Ägyptologie an der Cairo University und promovierte in Wien. Sie war die erste Ägypterin, die eine Ausgrabung (in Karnak) leitete, und ist die erste Frau an der Spitze des Ägyptischen Nationalmuseums in Kairo. 1989 heiratete sie und gründete eine Familie in Köln. Sie publizierte eine Reihe von Büchern und kuratierte internationale Ausstellungen wie »Tutanchamun. Das Goldene Jenseits«. Für ihr Engagement wurde sie mehrfach international ausgezeichnet.
Wafaa El Saddik wird am 22. Mai um 19.00 Uhr in den Räumen der Diplomatischen Akademie in Wien ihr Buch präsentieren.

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INFERNO, Dan Brown is back

12. Mai 2013 – 20:07 Uhr | von B. Lechner

Geheimnisskrämerei, Übersetzer die in unterirdischen Bunkern von bewaffneten Wächtern bewacht, vor einem Manuskript sitzen, keinerlei Hinweise auf den Inhalt, das ganze vier Jahre nachdem sein letzter Roman erschienen ist. Kann neugierig machen, aber auch nur ein sehr gut inszenierter Werbefeldzug sein.

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Mit seinen bisherigen Bücher, in denen sich Robert Langdon diversen Veschwörungen auf die Spur begibt, hier immer rein zufällig in den Strudel der Geheimbünde und sonstigen Verbindungen gerät, hat Dan Brown die Bestellerlisten ja immer angeführt.

Dan Brown ist nicht nur ein Meister im Schreiben, sondern auch Meister darin die Neugier zu schüren. Als erstes gibt es keine präzisen Angaben zum Inhalt. Irgendwo in Italien, Held ist wieder der Kryptologe Langdon. Mehr nicht. Und zweitens, auf der Verlagseite gibt es auch nicht mehr, als:

Der Symbolforscher aus Harvard wird in Italien mit Geheimnissen, Rätseln und einer Verschwörung konfrontiert, die ihre Wurzeln in einem der berühmtesten und dunkelsten Meisterwerke der Literatur haben: Dantes „Göttlicher Komödie“.

Und je intensiver Robert Langdon die immer gefährlicher werdende Spur verfolgt, umso deutlicher zeichnet sich die bedrohliche Erkenntnis ab, was Dantes Werk für die Gegenwart und Zukunft bereithält.

Der Autor selbst gibt sich auch mehr als geheimnissvoll, eine einzige Aussage zu seinem neuem Werk konnte ihm entlockt werden:

“……eine Landschaft aus Codes, Symbolen und mehr als nur ein paar Geheimgängen” entführen, von denen der erste angeblich schon gefunden ist.

Ein Hinweis also der neugierig macht, Dantes Meisterwerk, welches nicht nur die bedeutendste Dichtung italienischer Literatur ist, auch eines der größten Werke der gesamten Weltliteratur.

In der “Göttlichen Komödie”, gibt es jede Menge Zahlensymbolik, die drei Bücher bestehen aus jeweils 33 Gesängen, das Inferno aus neun Höllenkreisen. Dante wird von Beatrice die Ordnung des Universums gelehrt, die Lehren Gottes werden erlernt, er trifft Virgil, der auf das Jüngste Gericht wartet, also jede Menge Vorgaben, welche zum Stil der Romane von Brown passen. Der erste Gesang, heisst ja “Inferno” und führt durch die Hölle, das Fegefeuer und den Himmel.

Als kleiner Appetithappen gibt es ja auch eine kleine Lesprobe, in der Hauptprotagonist in einem Krankenzimmer erwacht, ein kurzer Prolog, ein kleiner Happen den eine ordentliche Vorspeise zur Leseprobe, Prolog und Teil des ersten Kapitels

<a href=”http://www.amazon.de/gp/product/3785724802/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3785724802&linkCode=as2&tag=barbarbuchre-21″>Leseprobe, Prolog und Teil des ersten Kapitels</a><img src=”http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=barbarbuchre-21&l=as2&o=3&a=3785724802″ width=”1″ height=”1″ border=”0″ alt=”" style=”border:none !important; margin:0px !important;” />

Zeitgleich erscheint der Roman in den Buchhandlungen der Welt, das Datum hat es aber auch an sich, man vergleiche das Erscheinungsdatum in der englischen Schreibweise mit den ersten fünf Zahlen der Zahl Pi.

Der Roman ( 688 Seiten erscheint auf deutsch im Verlag: Bastei Lübbe) ist ab 14. Mai 2013 bei Amazon sowie in den Buchhandlungen erhältlich, zeitgleich auch als Kindle oder Hörbuch im Handel.
Ich mach was mit Büchern

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Irdische Träume im Paradies

29. April 2013 – 10:56 Uhr | von B. Lechner

Freitagnachmittag ist frei, die Bewohner der Stadt Nr. 181 haben Freizeit. Nun mehr oder weniger, sie begeben, besser gesagt sie müssen sich, an diesem freien Nachmittag auf die Reise in die eigene Vergangenheit begeben, eine Reise durch ihre Erinnerungen.
Verantwortlich dafür ist das Oberhaupt der Stadt, des Landes, des Unbekannten, Gott. Stadt Nr. 181 befindet sich im Paradies und die Bewohner sind folglich für die auf der Erde lebenden tot.
Eine Reise in die eigene Erinnerung, die nicht gesteuert werden kann, die vorgegeben wird, wo sich die Personen dieser Handlung an Orten wiederfinden, die sie wieder vergessen werden, wo sie Erlebtes wieder durchleben, aber nur ein einziges Mal, danach wieder gelöscht, unwiederbringlich.
Sie wissen nichts, wer sie waren, wo sie lebten, waren sie gut oder böse im Leben, nichts, nur jeden Freitag tauchen sie wieder ein in ein Leben, das ihnen fremd ist. Ihr Leben, in einer Stadt, die unwirklich erscheint, unwirklich ist, aber gibt es sie doch, kann es sie geben?
Der „Icherzähler“ ist Shokufeh und stammt aus dem Iran, er weiß, dass er Sozialwissenschaft studierte, kann sich aber nicht an Kinder oder an sein Todesalter erinnern. Das Einzige was bleibt ist die Erinnerung an Mitbewohner, an das, was „Jetzt“ ist, aber nicht an das Gestern.
Bunt gemischt ist die Nachbarschaft, nicht nur ethnisch, sondern auch aus verschiedenen Zeiten zusammengewürfelt, treffen sie sich zur Erinnerungsreise. Keiner weiß mehr als das System erlaubt, keiner weiß mehr als das System gestattet, das System regelt das Wissen.
Der Erzähler nimmt uns mit auf seinen Reisen in sein altes, gestorbenes Leben, eine Reise in den Iran.
Besser gesagt, auf zwei Reisen, die sich widerspiegeln. Auf der einen Seite in ein Land nach einer Revolution, auf der einen Seite in ein Land, das genau dieses aber reflektiert. Kontrolle, Bevormundung durch ein System, Kontrolle der Information, der Freiheit des Ichs, in beiden Ländern vorhanden, in beiden Ländern verursacht durch das System. Es gibt nur einen Unterschied, in dem utopischen Land, gelingt ein friedliches Zusammenleben aller Kulturen, aller Religionen, aller Menschen. Es gibt keine Unterschiede, jeder ist gleich und keiner ist gleicher. Macht ist vergessen, wurde dem Einzelnem weggenommen, liegt nur in einer Hand.
Dieses Paradies, erscheint so unwirklich, aber doch so real, real, weil sich der Alltag anhört, wie ständige Freizeit, mit allen Aktivitäten, unwirklich, weil es das Paradies doch nicht gibt- oder doch?
Wird im Paradies wirklich wieder gut gemacht, was einem auf der Erde widerfahren ist, eine Art Entschuldigung eines höheren Wesens. Doch, warum muss, oder warum lässt „ER“ einem im Leben leiden, kann es das Paradies nicht auf Erden geben,
Es ist diese Diskrepanz, die das Besondere ausmacht an dieser Geschichte, die sich vor allem ab der zweiten Hälfte es Buches herauskristallisiert. Gut und Böse, wer ist wer- vor allem wer war wer im Leben? Das Ende des Buches, besser gesagt, wie sich die Handlung entwickelt, vor allem wer ist der Erzähler wirklich, wer war er, dieses Wendungen sorgen für einen Schock, für ein das kann es nicht sein, oder doch? Ein Buch das viel Fragen aufwirft, vieles sehr kritisch anspricht, vor allem das nachdenklich macht, nachdenklich aus dem Grund- es passiert noch heute. Vor allem wer gibt einem System oder einem Regime das Recht über jemanden zu bestimmen, über die persönliche Freiheit eines Individiums zu entscheiden.
Irdische Träume im Paradies, wenn auch fiktiv, behandelt ein Thema das real ist – die Steinigung der Frauen nach der Beschuldigung Ehebruch begangen zu haben.
Die Steinigung wird heute noch in einigen vom Islam geprägten Staaten und Regionen ausgeübt, wie in Afghanistan, die indonesische Provinz Aceh], Iran, Irak, Jemen, Nigeria, Pakistan, Somalia, Sudan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Es ist eine Hinrichtungsart, die vor allem gegen Frauen ausgesprochen wird, sie verstößt gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, deren Verbot der Folter und grausamer erniedrigender Strafen (Art. 5) und gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Art. 7)
Shokufeh ist eine junge Iranerin, die gesteinigt wurde, sie erzählt ihre Geschichte und ihren Tod.
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Siroos Mirzaei wurde 1963 in Mashhad,Iran geboren. Nach dem Maturaabschluss im Iran absolvierte er das Medizinstudium und die Venia Docendi an der Universität Wien sowie das MBA-Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien. Prim. Univ.-Doz. Dr. S. Mirzaei, MBA lebt heute mit seiner Familie in Wien. 1994 war er Mitbegründer des Vereins Hemayat zur Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden.
Mehr über den Verein Hemayat

Siroos Mirzaei über Hemyat:
Ich bin Mitgründer und medizinischer Koordinator von Hemayat. Meine Tätigkeit bei Hemayat erfolgt ehrenamtlich, untersuche die Patienten im Hinblick auf physische Folterfolgen und deren körperliche Symtome und Einleitung evtl. notwendiger medizinischen Therapien, begleitend zur Psychotherapie.
Die medizinisch nachvollziehbare Dokumentation der Folterfolgen ist einerseits eine Genugtuung für die Opfer, dass man ihnen Glauben schenkt und sie in ihren Beschwerden ernst nimmt, andererseits stellt es ein wichtiges Instrument im Aufzeigen von Folter und deren Bekämpfung. Es ist klar ein schwieriger Prozess, aber wir bewegen uns auch im Rahmen unserer fachlichen Möglichkeiten.

Irdische Träume im Paradies ist erschienen im Verlag TAK
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SIROOS MIRZAEI: Irdische Träume im Paradies. Roman

Hardcover mit Schutz- umschlag 13 x 22 cm 110 Seiten

© Text: Siroos Mirzaei

© Zusammenstellung TAK Innsbruck 2013

ISBN 978-3-900888-53-4 EURO 19,-

BESTELLUNG: office(at)tak.co.at Tel.:0043-(0)676-6054005

sowie auch im gut sortiertem Buchhandel, bei facebook

Siroos Mirzaei liest aus Irdische Träume im Paradies podcast auf Bücherein Wien

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Der Schrecken verliert sich vor Ort

23. April 2013 – 09:03 Uhr | von B. Lechner

Heute ist Welttag des Buches, da fragt man sich natürlich welches Buch stelle ich heute meinen Lesern vor? Ich hätte mir bei Beginn nie gedacht das eines Tages so viele hier vorbeischauen, manche nur kurz, manche nur einmal, aber auch sehr viele schauen hier regelmäßig vorbei.
Der Welttag des Buches, der Welttag der gedruckten Worte, mit denen man erzählen, belehren, Neues und Altes verbinden kann, aufrüttelt, Menschen zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringt.
Viele Bücher sind bei mir gelandet, werden auch noch hoffentlich bei mir landen- ein großer Dank hier an die Verlage, Autoren und Pressereferenten.

So, welches Buch soll ich heute vorstellen? Eines, das ein jeder kennt? Eines, das gerade erst erschienen ist? Eines das ein jedem ins Auge sticht? Eines, das auf Platz 1 steht? Oder eines, das sonst nicht so in den Blickpunkt geraten würde? Oder eines, welches uns zum Nachdenken bringt?

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“Am längsten ertrug er die Couch von Viktor Frankl. Frankl war Wiener. Wie Heiner. Er war Häftling in Ausschwitz gewesen. Wie Heiner.”

Ich habe mich für die Geschichte von Heiner und Lena entschieden. Der Schrecken verliert sich vor Ort: Roman von Monika Held geht unter die Haut. Heiner hat überlebt, das Grauen des KZ Ausschwitz. Überlebt, aber doch gleichzeitig gestorben, denn kann man danach ein normales Leben führen, “ES” je vergessen?
Monika Held erzählt in drei Teilen die Geschichte einer Liebe und eines Lebens, geprägt von dem was Heiner erlebte und nie vergessen kann. In einer Nüchternheit erzählt, ohne Patos, aber extrem intensiv geschrieben, wird ein Teil in der Vergangenheit in die Gegenwart geholt, welcher nie vergessen werden kann, nie vergessen werden soll.
Lena und Heiner, verlieben sich, dieser eine Moment entscheidet, aber es ist eine Ehe zu dritt. Jede Nacht schreit Heiner im Schlaf, seine Gedanken, sein Leben ist geprägt von der Erinnerung. Der gemeinsame Alltag, Kleinigkeiten die unbedeutend erscheinen bringen ihn zurück, zurück in das Wien nach dem Anschluss, zurück ins Lager. Aber sie beginnen ein Leben zu zweit, versuchte Normalität, jedes Stück Kuchen, jeder Geruch, alles hat aber für Heiner nur einen Namen- Ausschwitz.
Beide versuchen sich der Vergangenheit zu stellen, reisen nach Polen, Lena bekommt eine Ahnung was ihr Mann ertragen musste, warum er neidisch auf die Toten ist, warum er überlebt hat und andere nicht. Aber sie muss auch begreifen das die Erinnerungen nicht auslöschbar sind, eingebrannt, tief in die Seele der Überlebenden. Das Treffen mit anderen Überlebenden, die mit Zynismus, teilweise makabren Sarkasmus, einen Weg suchen um im Leben Halt zu finden, ein Versuch zu begreifen warum man überlebt hat, wo der Sinn des Überleben, des Lebens, besteht. Dass er bei einem Prozess gegen einen der für das Grauen verantwortlich war in Ohnmacht fällt, als er ihn erblickt, ist verständlich, aber das er Lena dann beim Aufwachen in die Augen blickt? Schicksal- Vorbestimmung oder Zufall? Vor allem da Lena keine Ahnung hat was vorgefallen ist, das kleine Wort “nur… ” hat so viel Bedeutung, wenn es jemand ausspricht, der nie dort war. Doch sie liebt ihn, er liebt sie, Liebe kann gegen alles bestehen – auch gegen die Vergangenheit? Als sie bei ihrer Reise auf die Solidarnosc-Bewegung treffen, erleben beide mit, wie sich Menschen gegen ein Regime stellen. Gleichzeitig auch eine Auseinandersetzung mit dem Leben, ein Beginn in eine neues, gemeinsames Leben.
Die NS-Zeit wird in vielen Büchern behandelt, aber hier wird der Aspekt erzählt, wie man als Opfer denkt und fühlt, wenn man überlebt hat, sich aber der Erinnerung nicht entziehen kann. Opfer überleben, aber keine Therapie schafft es, das Erlebte für immer zu vergessen zu lassen.

“Heiner” aus Monika Helds Roman DER SCHRECKEN VERLIERT SICH VOR ORT, war vor dem Zweiten Weltkrieg gelernter Buchbinder, überzeugter Kommunist und er lebte in Wien. Er fiel in die Hände der Gestapo und wurde nach Auschwitz transportiert.
Häftling 63.378 hat überlebt.

Was das Buch hinterlässt:

“Ich kann es nicht ausdrücken, sagt Lena. Es ist eine Gefühl, für das mir die Worte fehlen.”

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Monika Held:
Aufgewachsen in Hamburg und Cuxhaven. Lehre als Verlagskauffrau, Volontariat bei der Hannoverschen Presse. Arbeit fürs Radio, Autorin der Zeitschrift Brigitte. Für ihre publizistische Arbeit über das Kriegsrecht in Polen und die Hilfstransporte zu den Überlebenden von Auschwitz wurde sie mit der polnischen Solidarnosc-Medaille ausgezeichnet. „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ ist ihr dritter Roman. Bei Eichborn erschienen „Augenbilder“ und „Melodie für einen schönen Mann“. Monika Held lebt in Frankfurt am Main.

<iframe src=”http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&bc1=000000&IS2=1&bg1=FFFFFF&fc1=000000&lc1=0000FF&t=barbarbuchre-21&o=3&p=8&l=as4&m=amazon&f=ifr&ref=ss_til&asins=3847905295″ style=”width:120px;height:240px;” scrolling=”no” marginwidth=”0″ marginheight=”0″ frameborder=”0″></iframe>

Infotext des Verlags:
Als Lena im Gerichtsflur auf Heiner trifft, weiß sie sofort, dass sie diesen Mann festhalten will. Er zögert, sich auf Deutschland, das Land der Täter und dieser Frau einzulassen. Schließlich wagen beide das gemeinsame Leben. Heiner zieht zu Lena nach Deutschland, verbringt aber dennoch die Nächte mit den Schrecken seiner Vergangenheit. Lena fragt sich, ob sie die Welt, in der ihr Mann zuhause ist, je verstehen wird. Heiner fragt sich, wie weit man Erfahrungen weitergeben kann.
Klug, berührend und mitreißend erzählt die Autorin und Journalistin Monika Held in ihrem großen Roman die Geschichte einer Liebe in den Zeiten nach Auschwitz.
272 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, € 20,60, ISBN 978-3-8479-0529-5
Buch im gutsortierten Buchhandel erhältich, in meiner Lieblingsbuchhandlung den Buchwelten ( mit Onlineshop)

beide Zitate aus dem Buch “Der Schrecken verliert sich vor Ort”

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Blogger schenken Lesefreude – und das gibts bei mir zu gewinnen

23. April 2013 – 07:40 Uhr | von B. Lechner

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Zu gewinnen gibt es hier bei mir folgende Bücher:

Zum Lachen gibt es das Buch:
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Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. März 2013)
Als Frauenärztin schon wieder ungeplant schwanger?! Eine wahre Geschichte, noch lustiger als die Schwarzwaldklinik … Dann press doch selber, Frau Dokta!: Aus dem Klinik-Alltag einer furchtlosen Frauenärztin Blick ins Buch

für die jungen Leseratten: das neue Buch von Steffen Bärtl.
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Eigentlich war nur ein Aufenthalt in einem Sommercamp geplant, aber die Kids landen plötzlich in der Vergangenheit, reisen durch die Zeit und erleben einige Abenteuer.
Der magische Brunnen der Zeit Leseprobe

Und dann gäbe es noch:
Schattengrund: ThrillerBroschiert: 416 Seiten
Verlag: cbt (12. November 2012)

Wie ein Flüstern im Sturm …
Schattengrund. Als die 17-jährige Nicola das Haus ihrer verstorbenen Tante erbt, ahnt sie nicht, wie bedeutsam dieser Name für sie wird. Es ist ein einsames Haus in einem abgelegenen Dorf, in dem sie als Kind oft zu Gast war. Ein Haus, in dem die Vergangenheit schlummert. Und ein Haus, das Nicos Eltern auf keinen Fall annehmen wollen. Als die Eltern das Erbe stellvertretend für ihre Tochter ausschlagen, reißt Nico heimlich aus, um Schattengrund wiederzufinden. Und kaum hat sie die Schwelle übertreten, da scheint eine lange verdrängte Wahrheit nach ihr zu greifen. Wie konnte sie das alles bloß vergessen? Die knarrenden Treppen, den staubigen Dachboden – und das Mädchen, mit dem sie hier immer gespielt hat? Fili, ihre allerbeste Freundin. Ihre Seelenschwester. Ihre tote Freundin. Ein grauenhaftes Verbrechen hat die Mädchen damals auseinander gerissen. Aber Nico kann ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen. Und der Täter von damals ist noch immer im Dorf.

Die Bücher gibt es zu gewinnen, das einzige was dafür gemacht werden muss:

Welches ist euer Lieblingsbuch auf meinem Blog?
www.barbaras-buchregal.at oder hier im Blog?
Antworten bitte per mail an:

textwerkstatt@live.at
Bitte nicht vergessen: welches Buch Ihr gerne gewinnen möchtet und ganz wichtig Name und Adresse nicht vergessen!

Die Verlosung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges und der Öffentlichkeit, Einsendetermin ist der 30. April 2013.
Die Gewinner werden per Mail verständigt, für den Postweg wird keine Haftung übernommen.
Warum diese drei Bücher?
Nun, jeder braucht etwas zum Lachen, daher Buch Nr 1, Nummer zwei ist ein Jugendbuch, welches sich vom Rest unterscheidet, es steht hier das Abenteuer im Mittelpunkt und auch der Zusammenhalt zwischen Freunden.
Nummer drei- ein Buch für alles Altersgruppen, für Jugendliche genauso wie für Erwachsene.

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Friss oder stirb

27. März 2013 – 13:16 Uhr | von B. Lechner

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Und schon Ostereier gekauft? Nein, selbst gefärbt? Welche haben Sie gekauft? Ah, Bioeier, natürlich! Wo beim Bauern oder am Bauernmarkt oder im Supermarkt? Im Supermarkt um die Ecke, Hauptsache Bio, sehr gut! Gratuliere! Wieder jemand der auf die Versprechungen der Konzerne und ihrer Werbestrategie hereingefallen ist. Wenn nur das Eigene, das “grüne” Gewissen beruhigt wurde. Sieht doch schön aus die Hühneridylle, die uns hier vorgegaukelt wird auf den Verpackungen. Der Hühneralltag sieht aber anders aus, Freilandhaltung, grüne Wiesen, Gelege aus Stroh, fröhliche Hühnerdamen die laut gackernd jeden Tag ein Ei legen, jeden Sonntag, wenn es geht, zwei, damit es sich auch wirklich rentiert… Willkommen in der Welt der Werbung.
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass in diese Hühner alle gleich ausschauen, kein Wunder,werden hier, egal ob Bio-, Freiland oder in der konventionellen Haltung ausschließlich Hybridhühner verwendet. Entweder gezüchtet auf Legeleistung oder Fleischansatz, alte Sorten werden hier nicht verwendet, da sie sich in keinem der Fälle rentieren, Quantität steht vor Qualität. Sobald die Legeleistung nicht mehr dem errechneten Satz entspricht der nötig ist um rentabel zu wirtschaften, wird ausgetauscht.
Doch warum ist Clemens G. Avery glaubhaft? Nun, aus dem einem Grund, er kennt die Hintergründe, gibt offen und ehrlich zu das er selber Teil des Systems war, hier aber erkannt hat, dass es nicht richtig ist,wie und vor allem warum dem Konsumenten so erfolgreich eine heile Biowelt vorgegaukelt wird. In Zeiten, wo Lebensmittelskandale an der Tagesordnung stehen, sicher ein Treffer ins Schwarze, aber was nützen die besten Bücher, wenn der Konsument nicht beginnt, nachzudenken und zu hinterfragen. Dadurch, dass er hier aufzeigt, wie auch Lebensmittel einfach vernichtet werden, weil wir, der Konsument einfach zu verwöhnt sind, nimmt er uns bei der eigenen Nase.
Mal ehrlich, ist es nicht egal ob die Karotten alle gleich groß sind, oder ob ein paar kleinere und krumme dabei sind? Kartoffeln alle gleich groß, das Gleiche bei Obst, alles genormt und geeicht, sechs Äpfel ergeben ein Kilo … Muss das wirklich sein?? Ich rede hier nicht vom “normalen” Lebensmittelbereich, sondern vom Biobereich.
Warum greifen wir im Supermarkt oder im Diskounter zu Biolebensmittel? Weil sie so schön in der Werbung präsentiert werden und billiger sind als beim Direktvermarkter. Doch warum können sie billig produziert werden? Weil sie in Massen produziert werden, nur mit 100 Hühnern oder 20 Mastschweinen, die biologisch gehalten werden, kann man nicht die Vorgaben der Konzerne erfüllen. So kommt es auch hier dazu das nur die großen Betriebe liefern können, beziehungsweise Konzerne Kleinere als eine Art Subunternehmer beschäftigen. Aber das Prinzip ist immer gleich, es müssen die Vorgaben der Großen erfüllt werden, reich werden dabei nicht die kleinen Bauern, sondern jene die den Preis diktieren.
Etikettenschwindel, dubiose Siegel, Unterschriften, die als Garantie verkauft werden, derjenige aber nichts davon weiß, Biopioniere, die als Geschäftsführer von Betrieben sich selbst kontrollieren, die Biowelt ist alles andere als grün und sauber.
Das Buch selber ist etwas anders aufgebaut, der Autor hat sich auf eine Reise begeben um die Biowelt Europas zu entdecken, nur stellt sich hier die Frage, warum darf man bei so manchen Produzenten die Ställe oder das Gelände nicht betreten, wenn alles so wäre, wie es in der Werbung ist, dürfte man dann nicht ruhig auch alles vorzeigen? Wo sind dann die Hühner, die glücklichen Schweinderl, Puten der Werbung? Leere Freigelände, Stallungen, die bis ans Maximum angefüllt sind, Antibiotika im Fleisch, das ist die andere Seite von BIO.
Im Gegensatz stellt er uns aber auch jene vor, die wirklich biologisch und nachhaltig anbauen oder Tiere halten, er zeigt, dass es Alternativen gibt, die auch umsetzbar sind. Dr. Storl, den er besucht, wird hier mit einem wichtigen Satz zitiert: ” Wir brauchen wieder mehr Beziehung zur Landwirtschaft und zu unseren Lebensmitteln, dann ist das nichts Abstraktes mehr.” In Berlin zb. gibt es den Ökolandwirt Max von Greifenstein, der mit seinem Projekt Bauerngarten etwas ins Leben gerufen hat, das eigentlich in jeder Stadt oder Gemeinde Nachahmer finden sollte. Leere Flächen gibt es überall, warum sie also nicht sinnvoll nutzen?
Solidarität, dies gibt es auch immer mehr, so auch wird nun auch in Österreich das Konzept von der Solidarische Landwirtschaft, Community Supported Agriculture, immer mehr in den Blickpunkt gerückt. Junge, engagierte Landwirte sind bereit sich mit dem Thema Nachhaltigkeit abseits von Kommerz, dem Gewinn und vor allem dem Druck der Konzerne auseinanderzusetzen, so auch der Sepplashof im Südburgenland.
Andernach am Rhein, hier wird Obst und Gemüse angebaut, welches die Bürger ernten können, wäre es nicht eine Alternative und ein Anreiz für so manche Gemeinde? Vor allem im ländlichen Bereich, statt Zierbäume Obstbäume? Statt englischen Rasen ein paar Gemüsebeete, oder Hochbeete, die sind ja voll im Trend (man sieht es auch am Preis dieser …). Selbstversorger zu sein macht aber auch Arbeit, aber wenn man Zeit hat, Blumen zu gießen, hat man dann nicht auch Zeit ein paar Tomaten zu gießen? Aber wir sind alle zu bequem geworden, warum sich selbst die Arbeit machen, es gibt doch alles im Supermarkt um die Ecke oder den Bauern, der glücklich seine Hühner betrachtet, die sich im grünen Gras tummeln, nur diese Eier gibt es nicht im Supermarkt.
Am wichtigsten ist im Buch wohl der Ansatz, das der Konsument es selbst in der Hand hat, ob es eine Rückkehr zur kleinstrukturierten Landwirtschaft gibt, oder ob es nur noch die Großen gibt.
Was können wir also tun, damit es zur Trendwende kommt? Dazu hat Avray es treffend in wenigen Punkten im letzen Kapitel zusammenfasst, die ich jedem ans (grüne) Herz legen möchte, ua. Solidarität und bewusstes Einkaufen.
Das Buch ist jedem empfohlen der sich mit seiner Ernährung, dem eigenem Konsumverhalten auseinandersetzen will, aber auch jenen, die alles glauben, was die Werbung verspricht. Es ist eines jener Bücher, die nach mehr Transparenz verlangen, zugunsten des Erzeugers, des Landwirtes, aber auch zugunsten des Konsumenten.
Ach ja, wissen Sie, was ein Teil des Biogemüses eines Konzerns und die Sonntagszeitung gemeinsam haben? Nein, sie werden die Antwort im Buch finden……Friss oder stirb: Wie wir den Machthunger der Lebensmittelkonzerne brechen und uns besser ernähren können Gebundene Ausgabe: 232 Seiten Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (8. März 2013)
Blick ins Buch

Clemens G. Arvay, geboren 1980, studierte Biologie und Angewandte Pflanzenwissenschaften in Wien und Graz. Als Agrarbiologe und freischaffender Sachbuchautor beschäftigt er sich mit nachhaltigen und sozial verträglichen Formen des Landbaus und der Lebensmittelproduktion. Er unterrichtet ökologische Landwirtschaft an der Fachhochschule Joanneum in Graz und ist Mitglied im renommierten österreichischen Forum Wissenschaft & Umwelt. Mit seinen fachlich exzellenten Reportagen und Büchern hat sich Arvay einen Namen als einer der gegenwärtig wichtigsten investigativen Journalisten im Agrarbereich gemacht. Der Autor betreibt eine Informationsplattform unter www.arvay.info.

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Sofi Oksanen erhält den Nordic Prize der Schwedischen Akademie

19. März 2013 – 16:56 Uhr | von B. Lechner

!cid_image001_jpg@01CE249D (Foto copyright Kiepenheuer & Witsch)
Es ist der “kleine” Nobelpreis, der Nordic Prize (schwedisch: nordiska pris): Er ist eine literarische Auszeichnung, welche seit 1986 jährlich durch die Schwedische Akademie verliehen wird. Dotiert ist der Preis ist mit 350.000 schwedischen Kronen (42.000 Euro) dotiert, ausgelobt wird er ausschließlich an nordeuropäische Autoren.
Das Preiskomitee der Schwedischen Akademie ist das gleiche welches den Literaturnobelpreis verleiht. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten u.a.Tomas Tranströmer, Jon Fosse und Per Olov Enquist.
Als erste Finnin erhält die finnisch-estnische Schriftstellerin Sofi Oksanen diesen renomierten und wichtigen Literaturpreis. Sofi Oksanen ist bereits u.a. mit dem Finlandia-Preis sowie dem Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet worden. Die Schwedische Akademie ehrt Sofi Oksanen für ihr bisheriges literarisches Gesamtwerk, das neben vier Romanen auch Theaterstücke, Lyrik und Essays umfasst. Oksanen wird die Auszeichnung in einer Zeremonie am 10. April 2013 in Stockholm überreicht, anschliessend geht die Autorin auf Lesereise durch die skandinavischen Ländern.
In ihrem Roman “Stalins Kühe” (Gebundene Ausgabe: 496 Seiten Verlag: Kiepenheuer&Witsch; Auflage: 1 16. August 2012) greift sie zwei Themen auf, das eine ist die Krankheit “Bulirexie”, eine Esstörung, welche nicht nur den Betroffenen sondern auch die Angehörigen zu zerstören droht. Äußerst beklemmend schreibt sie in einem prägnanten Schreibstil, gleich von Beginn an zieht sie den Leser in den Bann. Beschreibt die Beziehung zwischen der Krankheit und einer jungen Frau, ihr erstes Mal, das nicht so blutig war, sondern eine himmlische Entscheidung ihres Körpers, der unzählige folgen. Eindringlich, unter die Haut gehend, beschreibt sie die Qual, die Heimlichkeiten und die Zerstörungskraft dieser Krankheit. Erzählt von der Freiheit, aber auch vom Gefängnis das sie sich mit der Bulirexie erschafft.
Ihre Mutter, mit der sie vom Vater getrennt lebt, ist Estin, in vielen Augen eine Hure, die Hure von Russen, auch sie nicht, niemand weiß von ihrer Gefährtin des täglichen Lebens, jene die den Ablauf ihres Essens und ihren Hüftumfang bestimmt, Das ist die zweite Geschichte die mit der ersten verwoben ist, eine Generationengeschichte. Was verbirgt ihre Mutter vor ihr, warum darf sie nicht alles wissen? Konflikte zwischen Völkern, hervorgerufen durch ein politisches System, geprägt von Vorurteilen und auch Rassismus prägen ihre Kindheit und die Gegenwart. Aber etwas gibt Anna Macht über alle- es ist die Krankheit die ihre Verbündete ist. Eine grausame Verbündete die einen hohen Preis fordert. Eingebettet in diese Mutter-Tochter Beziehung, erzählt Oksanen aber auch von den sowjetischen Arbeitslagern, der Besetzung Estlands durch die Russen und deren Folge für die Bevölkerung, vor allem für die weibliche.
Es ist ein wunderbarer Roman, sehr vielschichtig, einer der nicht mehr loslässt, zu real, zu genau und zu fesselnd erzählt Sofi Oksanen die Geschichte von drei Frauen und von drei Generationen.

Die Preisträgerin:
Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Ihr dritter Roman, »Fegefeuer«, war monatelang Nummer eins der finnischen Bestsellerliste und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Finlandia-Preis sowie dem Literaturpreis des Nordischen Rates. Der Roman erschien in über vierzig Ländern. Sofi Oksanen ist verheiratet und lebt in Helsinki.

Sofi Oksanens jüngster Roman, “When the Doves Disappeared”, wird in diesem Frühjahr in Schweden, Dänemark und Norwegen veröffentlicht, im Herbst 2014 erscheint die deutsche Übesetzung bei Kiepenheuer & Witsch.

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Der Preis der Leipziger Buchmesse 2013 geht an David Wagner, Helmut Böttiger und Eva Hesse

14. März 2013 – 19:38 Uhr | von B. Lechner

Die Jury unter dem neuen Vorsitzenden Hubert Winkels entschied sich für:
Kategorie Belletristik

David Wagner
Leben
Rowohlt Verlag (22. Februar 2013)
Wagner erzählt hier eine Geschichte, Hoffnung, Zukunft und dem Leben mit einer Krankheit chronisch-aggressive Autoimmunhepatitis. Es ist seine eigene Geschichte, mit zwölf Jahren erkrankt, die einzige Rettung eine Spenderleber. Er lässt den Protagonisten seines Romanes die Geschichte erzählen, vom Tod und vom Leben, von der Hoffnung zu überleben, vom Warten auf den einen Tag. Auf den Tag, wo das Telefon klingelt und die Stimme am anderen Ende den ersehnten Satz sagt: ” Wir haben eine Leber für Sie.” Vermischt die Geschichte mit seinem Leben, keine Autobiografie, aber auch kein Roman.

David Wagner, 1971 geboren, veröffentlichte im Jahr 2000 seinen Debütroman Meine nachtblaue Hose (Alexander Fest Verlag). Sein Roman Vier Äpfel (Rowohlt Verlag) stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009. Der Autor wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Walter-Serner-Preis und dem Georg-K.-Glaser-Preis. David Wagner lebt in Berlin.

Zur Begründung:
Wie hält man sich den Tod vom Leib? David Wagners erfundener Leidensbericht – oder durchlittene Erfindung – stellt diese Frage und führt zugleich eindrucksvoll vor, wie’s geht: mit Witz und Ironie, mit tapferem Trotz und Understatement – und mit Sinn für das Banale, die “kleinen Klinikfreuden”, alles, was den Kranken ans Leben bindet, und dazu gehört auch der Speisezettel. Das selbstverständliche Nebeneinander von Leben und Tod, von Leichtsinn und schwerer Not, von Angst und Genuss macht den Krankenhausalltag aus.

Leipziger Buchmesse 2013

Alle Preisträger des Preises der Leipziger Buchmesse 2013 (von links): Heinz Ickstadt, der stellvertretend für Eva Hesse (”Die Cantos”, Arche Verlag) den Preis in der Kategorie Übersetzung entgegennahm, daneben David Wagner (Belletristik-Preis für “Leben”) und Helmut Böttiger (Sachbuch-Preis für “Die Gruppe 47: Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb”)
Foto: Leipziger Messe GmbH / Norman Rembarz

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Alle Preisträger des Preises der Leipziger Buchmesse 2013 (von links): Heinz Ickstadt, der stellvertretend für Eva Hesse (”Die Cantos”, Arche Verlag) den Preis in der Kategorie Übersetzung entgegennahm, daneben David Wagner (Belletristik-Preis für “Leben”) und Helmut Böttiger (Sachbuch-Preis für “Die Gruppe 47: Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb”) Foto: Leipziger Messe GmbH / Norman Rembarz

Kategorie Sachbuch/Essayistik

Helmut Böttiger
Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb
Deutsche Verlags-Anstalt

Zur Begründung:
Nie kapituliert Böttiger vor der Fülle der Anekdoten, um so plastischer treten markante Situationen wie die Kirke-Episode hervor, in der Ingeborg Bachmann 1954 Landser und Avandgardisten am Cap Circeo bei Rom versammelt. In Szenen wie diesen verdichtet sich ein Grundzug dieses vielstimmigen, klug komponierten Buches: Sein Autor erzählt die Geschichte der Neuformierung der Literatur und Erfindung des Literaturbetriebs in Deutschland nach 1945 mit dem Sensorium des Lesers und Kritikers – und mit den Mitteln der Literatur selbst.

Der Autor:
Helmut Böttiger, geboren 1956, ist einer der renommiertesten Literaturkritiker des Landes. Nach Studium und Promotion war er als Literaturredakteur unter anderem bei der Frankfurter Rundschau tätig. Er lebt als freier Autor und Kritiker in Berlin. Zuletzt veröffentlichte er Nach den Utopien. Eine Geschichte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (Szolnay 2004) und Celan am Meer (mare 2006). 2012 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.

Kategorie Übersetzung

Aus dem amerikanischen Englisch von Eva Hesse
Ezra Pound: Die Cantos
Arche Literatur Verlag

Zur Begründung:
Mit der großen zweisprachigen Ausgabe der “Cantos” im Arche-Verlag liegt nun ihr lebenslängliches Work in Progress, ihr großes Übersetzungs-, Vermittlungs- und Erklärungswerk in Sachen Ezra Pound vollständig und gerundet vor. Für diese besondere Leistung, die das Zeug zur Legende besitzt, erhält Eva Hesse den Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Übersetzung.

Die Übersetzerin:
Eva Hesse, 1925 in Berlin geboren, hat seit den frühen 50er-Jahren Werke einer Reihe von Dichtern der englischsprachigen Moderne herausgegeben und übersetzt, unter anderem E.E. Cummings, T.S. Eliot und Samuel Beckett. Für diese Arbeiten erhielt sie unter anderem den Übersetzerpreis der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt (1968) und 2012 den Paul Scheerbart-Preis (Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung).


Nominierte Kategorie Belletristik:
Ralph Dohrmann: “Kronhardt” (Ullstein Verlag)
Lisa Kränzler: “Nachhinein” (Verbrecher Verlag)
Birk Meinhardt: “Brüder und Schwestern” (Carl Hanser Verlag)
David Wagner: “Leben” (Rowohlt Verlag)
Anna Weidenholzer: “Der Winter tut den Fischen gut” (Residenz Verlag)
Nominierte Kategorie Sachbuch/Essayistik:
Götz Aly: “Die Belasteten: >Euthanasie< 1939-1945. Eine Gesellschafts-Geschichte” (S. Fischer Verlag)
Kurt Bayertz: “Der aufrechte Gang: Eine Geschichte des anthropologischen Denkens” (C.H. Beck)
Hans Belting: “Faces: Eine Geschichte des Gesichts” (C.H. Beck)
Helmut Böttiger: “Die Gruppe 47: Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb” (Deutsche Verlags-Anstalt DVA)
Wolfgang Streeck: “Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus” (Suhrkamp Verlag)

Nominierte Kategorie Übersetzung:
Eva Hesse: “Die Cantos”, aus dem Englischen, von Ezra Pound (Arche Verlag)
Maralde Meyer-Minnemann: “Der Archipel der Schlaflosigkeit”, aus dem Portugiesischen, von António Lobo Antunes (Luchterhand Literaturverlag)
Alexander Nitzberg: “Meister und Margarita”, aus dem Russischen, von Michail Bulgakow (Galiani Berlin)
Claudia Ott: “101 Nacht”, aus dem Arabischen erstmals ins Deutsche übertragen nach einer Handschrift des Aga Khan Museums (Manesse Verlag)
Andreas Tretner: “Briefsteller”, aus dem Russischen, von Michail Schischkin (Deutsche Verlags-Anstalt DVA)

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“Die Antwort auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem lautet… 42!”

11. März 2013 – 20:23 Uhr | von B. Lechner

“Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.” (Das Restaurant am Ende des Universums)

Richtig, die Zitate stammen von ihm – Douglas Adams. Und ja, ich bin ein bekennender Fan von depressiven Robotern, einer Erde die sich als Supercomputer entpuppt, von Handtüchern und von Reiseführern der etwas anderen Art.

Arthur und Ford sind einzigartig, ich liebe die fünfteilige Triologie. Ein Held, der nur mit einem Bademantel bekleidet quer durch das Universum reist, dessen Abenteuer und Weggefährten Produkte satirischen Übertreibungen sind, Restaurants die im Nirgendwo, besser gesagt am Ende des Universum liegen, dazu noch Mäuse die drastisch unterschätzt werden, doch warum ist sind die Bücher ein Kult?

Douglas Adams übertrieb in seiner Geschichte, aber nur wenn man sie vom Blickwinkel der Zeit betrachtet in dem sie erstmals erschienen. Heute scheint es das er ein Prophet war, eine Vorrausschauender, Nanotechnologie, Supercomputer, die technische Entwicklung, was bei Erstaustrahlung des Hörspieles 1978 noch Science Fiction war ist heute Normalität. Aber es ist nicht nur das phantastische, sondern vor allem der unglaubliche sarkastische und ironische Schreibstil der sie zu Kultbüchern machte. Ich empfehle jeden, die Bücher auch im Original zu lesen, hier kommt der Wortwitz, die Spielerei mit den Wörtern besser zur Geltung als im Deutschen, wie etwa “Marvin, the paranoid android”.
Die Zahl 42 die als die Antwort auf die Frage nach dem Leben und dem Rest gilt, findet mann aber auch in der Programmiersprache Prolog. Hier können an ein System von Fakten und Regeln fragen gestellt werden. So bekommt man wenn man eine einzelne freie Variable X (was der Frage nach allgemeiner Wahrheit entspricht) ein, antwortet das Programm mit folgendem Output:

„% … 1,000,000 ………… 10,000,000 years later
%
% >> 42 << (last release gives the question).

Douglas Adams schrieb 1978 die Geschichte als Hörspielserie für den englischen Sender BBC.Aus dem Hörspiel wurde eine Romanserie, satirisch, komisch und von dem eigenwilligen Humor Adams stark geprägt.

per anhalter

In “Per Anhalter durch die Galaxis” und in den vier anderen Bänden geht es um Arthur Dent, einem Engländer typisch in Denken und Verhalten,(Zitat ” Ich bin Brite, ich weiss wie man Schlange steht”) der eines Tages durchaus “not amused” feststellen muss, die Erde soll einer galaktischen Hyperraum-Expressroute, einer Art Autobahn für Raumschiffe weichen. Er entgeht der Zerstörung durch die Vogonen mit der seines Freundes Ford Perfect, der nicht der Kumpel von nebenan ist, der zum Tee vorbeikommt, sondern sich als Ausserirdischer herausstellt, auf Recherche unterwegs für ein neues galaktisches Werk- The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy. Beide landen auf dem Schiff der Vogonen, die nicht sehr galant die beiden gleich ins Weltall befördern, doch es naht Rettung, das “Herz aus Gold” nimmt die beiden Reisenenden auf, es beginnt eine Reise durch das Universum mit äußert skurillen Begegebenheiten und Personen.Weisse Mäuse die Arthur sein Gehirn abkaufen wollen, notfalls auch mit Gewalt, depressive Roboter, ungastliche Vogonen, die Erkenntnis die Menschheit stammt von der Arche B ab, nicht von den Neandertalern, Elvis Presly kurvt in einem rosa Raumschiff durch das Universum… aber was macht den Erfolg der aus fünf einzelnen Romanen bestehenden vierbändigen Triologie aus? Sicher neben den skurilen Geschöpfen Adams liegt der größte Teil bei dem durchaus speziellen Humor des 2001 verstorbenen britischen Schriftstellers. Gleichzeitig schafft er jedoch mit seinen Phantasiewelten ein überzogenens Bild der Realität, erschafft eine Welt in der Bürokratie, Banalitäten, Wirtschaftsdenken genau so vorherrschen wie auf der Erde. Adams legte hier den Grundstein für einen neuen Schreibstil, den humorvollen Phantasieroman, in dem nicht Action sonder der Witz in der Sprache im Vordergrund steht. Nachfolgende Werke wie die Scheibenweltromane greifen diesen Stil auf.Zum Gedenken an Douglas Adams und sein Werk wurde von seinen Anhängern der Towel Day ins Leben gerufen, ein Handtuch deswegen da es im Hitchers Guide extra erwähnt wird welchen Nutzen so ein stinknormales Handtuch haben kann:

“Ein Handtuch, ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischen Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln …, man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluß hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen …Was jedoch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn z.B. ein Strag (= Nicht-Anhalter) dahinter kommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er automatisch annehmen, er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompaß, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung usw usw… Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und queer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiss, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann .” (Auszug aus Per Anhalter durch die Galaxie).

Douglas Adams schrieb 1978 die Geschichte als Hörspielserie für den englischen Sender BBC. Aus dem Hörspiel wurde eine Romanserie, satirisch, komisch und von dem eigenwilligen Humor Adams stark geprägt.

Schöpfungen von Douglas Adams haben aber heute ihren fixen Platz in unserem Leben, nicht nur das Handtuch sondern wurde zb das Übersetzungprogramm Babel nach Dents Babelfish benannt, Deep Thought diente als Namensgeber für den Schachcomputer von IBM, die Zahl 42 wurde von Popbands, Literaten aufgegriffen, sogar google liefert die richtige Antwort im Taschenrechner: “answer to life, the universe and everything”  eingeben…

2005 wurde Per Anhalter durch die Galaxy verfilmt, es ist zwar gut gelungen aber die Bücher bleiben einfach einzigartig, sie sind ein Reiseführer in eine schräge Welt, in eine Welt wo eines gilt:

” NO PANIC!”

Douglas Noël Adams * 11. März 1952 in Cambridge; † 11. Mai 2001 in Santa Barbara, Kalifornien)

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Oberst Redl, ausgezeichnet als bestes Wissenschaftsbuch 2012

14. Februar 2013 – 19:52 Uhr | von B. Lechner

Am 25. Mai 1913 verübte der k.u.k. Offizier Alfred Redl, in einem Hotelzimmer in Wien, durch den Gebrauch der Schusswaffe Selbstmord. Freiwillig, oder wurde es ihm nahe gelegt, jedenfalls hatte Redl vor seinem Suizid Besuch von einer Kommission, die ihm unter anderem ein Päckchen Gift überreichte.
Klaus Maria Brandauer gab dem Spion des Kaiserreiches ein Gesicht, (1985 für einen Oscar und einen Golden Globe jeweils in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert). Aber viele vergessen, dass es nur ein Film ist und nicht die wahre Geschichte von Oberst Alfred Redl erzählt.
Im Residenz Verlag ist 2012 „Oberst Redl- Der Spionagefall, der Skandal, die Fakten“ erschienen. Autoren sind die Historiker Verena Moritz und Hannes Leidinger. Sie erzählen, sie rollen den „Fall Redl“ neu auf. Das Wissenschaftsbuch beginnt mit dem Tode des Offiziers, nach dem Entsetzten über die Tat in der Öffentlichkeit, wird ihr bekannt, dass genau dieser Mann nicht nur homosexuell war, sonder auch über Jahr das Kaiserreich verraten hatte. Die Presse stürzte sich auf diesen Skandal, doch bald wurde vonseiten der Armee eingegriffen, es wurden Informationen, Ermittlungsergebnisse zurückgehalten, es machten darauf hin bald jede Menge Mutmaßungen die Runde, Vermutungen wurden angestellt, aber es wurde auch die Frage gestellt, wie ein Einzelner über Jahre hinweg unentdeckt spionieren kann, ohne das es jemanden auffällt. Schon alleine sein Lebensstil war nicht der eines normalen Offiziers, extravagant, kostspielig und keiner hatte je die Frage gestellt, woher er das Geld hatte. Nun, er hatte es von jenen, denen die militärischen Geheimnisse des Habsburgreiches viel Geld wert waren.
In dem Buch wird nicht nur der Weg vom Hauptmann zum Oberst, sondern auch warum, wieso und weshalb er zum Spion wurde, aufgezeichnet. Auch die Hintergründe, die politischen Fakten vor dem Ersten Weltkrieg werden hier ausgeleuchtet. Es sind durchaus neue Sichtweisen und Erkenntnisse die hier vorlagen um den Fall aus einem neuem Lichte zu betrachten. Sicher mag es stellenweise etwas trocken sein, aber es ist ein Sachbuch, das sich an Fakten und Tatsachen hält, vielmehr eine Geschichtsstunde erster Klasse wird hier vorgelegt. Die Zeit kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges war eine politisch sehr interessante Zeit, vieles wurde hinterfragt, so sorgte das Auffliegen des Spiones, der Skandal für eine Entmythisierung des Offizierstandes, vor allem bei den Arbeiterklassen. Ein anderer Aspekt ist sicher auch der hier im Buch aufgegriffen wird, das durch hierdurch das Verhältnis zwischen Thronfolger und Militär stark belastete und dies kurz vor dem Ausbruch des Krieges. Unbeantwortet die Frage sicher, hätte Österreich den Krieg gewonnen wenn nicht so viel schon im Vorfeld bekannt gewesen wäre, vor allem da die k.u.k Spione in Russland enttarnt wurden, die Russen hier unbemerkt aufrüsten konnten. Während die Gegenseite über die Truppenstärke des Kaiser Bescheid wusste, wurde die des Zarens dann bei Kriegsbeginn deutlich unterschätzt. Hier scheiden sich die Meinungen der Experten.
Wurde so immer angenommen, das die Homosexualität den Russen die Möglichkeit gab Alfred Redl zu erpressen, war es vielmehr so das er durch seinen Lebensstil einfach Geld brauchte, Leidinger und Moritz konnten dies nach ihren Recherchen in Russland nachweisen. Redl verbrachte ab Frühling 1899 ein Jahr in Russland, lernte Russisch und war nach seiner Heimkehr nach Wien im Evidenzbüro, dem Geheimdienst des Militärs tätig. So hatte er Zugang zu streng geheimen Dokumenten, wie Mobilmachungspläne, Truppenstärken oder aber auch Daten von österreichischen Spionen in Russland. Er bot sich selbst den Russen als Spion an, lieferte Information gegen Geld, verkauft an den Höchstbietenden. Das Auffliegen der Spione in Russland konnte er vertuschen, so fiel es nicht besonders auf das es eine hohe Ausfallsquote hier gab. In Wien konnte der Austausch der Geheimdokument und des Geldes leicht arrangiert werden. Sein Vermögen erklärte er mit einer Erbschaft. Doch 1912 wurde Oberst Redl nach Prag versetzt und er war auf die Post angewiesen. Hier kam es nun dazu, das eine Geldsendung nicht zugestellt werden konnte, nach dem üblichen Ablauf aber wurde der Brief geöffnet und kam in die Hände des Geheimdienstes. Beim erneuten, arrangierten Abholen des Briefes wurde Oberst Redl verhaftet, das Spiel war aus.
Aufdecken, die Hintergründe offenlegen oder vertuschen, die Obrigkeit des Militärs entschied sich für Letzteres, ein vierköpfiges Komitee besuchte den Oberst, eine komplette Aufarbeitung der Hintermänner, des gesamten Ablaufes und vor allem des Umfanges der Spionage wurde so verhindert. Redl nahm seine Geheimnisse mit ins Grab.
Vieles waren Mythen, so die vermutete Erpressung, aber Moritz und Leidinger haben sich auf die Suche gemacht nach Fakten, Akten, Hintergründen und vielem mehr. Erzählt wird eine neue Geschichte, die den Obersten, als das zeigt, was er war, kein erpresster armer Mann, sondern ein Offizier, der freiwillig sein Land und seinen Kaiser verraten hat.
Zum sechsten Mal hat das österreichische Wissenschaftsministerium und das Magazin Buchkultur die besten Wissenschaftsbücher gekürt. Eine Fachjury hatte im Oktober die Nominierungen aus vier Kategorien vorgenommen und eine Shortlist erstellt. Mittels Publikumswahl konnte bis bis 7. Jänner 2013 abgestimmt werden. In der Kategorie Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften wurde als bestes Wissenschaftsbuch 2012 das Buch „Oberst Redl Der Spionagefall, der Skandal, die Fakten“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 19. Februar in der Akademie der Wissenschaften statt. Mehr über den Preis und die ausgezeichneten Bücher unter www.wissenschaftsbuch.at
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Die beiden Autoren:
Verena Moritz (geb. 1969) Studium von Geschichte und Russisch in Wien, es folgten mehrjährige Forschungsaufenthalte in Russland. Ausstellungstätigkeiten, zahlreiche Vorträge unter anderem in der Ukraine und in Russland. Mitarbeiterin an div. Forschungsprojekten unter anderem über die Kriegsgefangenenproblematik im Ersten Weltkrieg, den Parlamentarismus in Russland und Österreich zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts.
Ausgezeichnet mit vielen Preisen: 2004 Werner Hahlweg-Förderpreis der Deutschen Bundeswehr, Böhlaupreis der Österreich. Akademie der Wissenschafte, 2006 Preis der Theodor Kery-Stiftung und des Theodor Körner-Fonds.
Hannes Leidinger (geb. 1969) Studium von Geschichte, Klassische Archäologie und Ur- und Frühgeschichte in Wien. Gründer, Herausgeber und Redakteur einer historisch-archäologischen Fachzeitschrift. Ua. Mitarbeiter des Heeresgeschichtlichen Museums, der Fachbibliothek für Zeitgeschichte und Lehrtätigkeit am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Erhielt ebenfalls zahlreiche Preise: Böhlaupreis der Österreich. Akademie der Wissenschaften (2004), Förderpreis der Stadt Wien (2006). Preisträger des Theodor Körner-Fonds (2006).
Zusammen hat das Autorenduo bereits veröffentlich:
Gefangenschaft Revolution Heimkehr
Das Schwarzbuch der Habsburger
Russisches Wien, Zwischen Nutzen und Bedrohung
Die Nacht des Kirpitschnikow.

Buch erhältlich im gut sortiertem Buchhandel
bei den Buchwelten

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