Trifft man Barbara Schmid das erste Mal, würde man die zarte, blonde Autorin eher dem Genre Romantik, Herz und Schmerz zuordnen, vor allem weil sie auch noch einer zweiten Leidenschaft frönt, der Pferdezucht. Aber so viel zum Thema Klischee. Aber, dann kommt die Antwort; “Ich schreibe Science -Fiction..“ Aha, nun, das ist mal die erste Überraschung, weibliche Autorinnen in diesem Bereich, vor allem aus dem deutschprachigen Raum, sind eher die Ausnahme, die zweite folgt dann bei der Lesung, die dritte als sie mir ihre Bücher in die Hand drückt. Schwer, sehr schwer, liegen sie in der Hand. Keine dünnen Büchlein, sondern richtige Wälzer, um die 600 Seiten (broschiert und dünn geschrieben…), immerhin es sind schon drei Bände erschienen, Band vier erscheint demnächst. Verborgen schlummerte bisher das Talent in den unendlichen Weiten des Südburgenlandes….
Science Fiction, die unendlichen Weiten des Weltraumes, Captain Kirk, Pherry Rhodan und Stark Treck lässt grüssen?
Die Nebenmenschen Saga ist mehr als Romane um ausserirdische Lebensformen, ferne Planeten. Wird man in vielen Werken von der Technik gerade überrollt, manche (vorwiegend die männlichen) Autoren lassen sich in seitenweise Ausführungen über Antriebssysteme, technische Fortschritte aus, die eher an Bedienungsanleitungen erinnern, stehen bei der Südburgenländerin mehr die Menschen im Vordergrund. Vor allem die Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Menschenheit, welche die Schaffung und das jahrelange Zusammenleben mit künstlichem geschaffenen Leben hat, wird von ihr aufgezeigt. Die Nebenmenschenromane sind Zukunftsromane, aber die Wissenschaft träumt schon immer von der Schaffung einer künstlichen Intelligenz, fernab von einfachen Robotern oder Computern, von Geschöpfen die dem Menschen ähneln. Zwar sind Weltraum und Zukunft hier vorhanden, aber Science Fiction ist mehr als das. Es geht in reinen Science Fiction darum, das etwas möglich sein könnte, durch wissenschaftlichen Fortschritt, durch neue Erkenntnisse. Nicht zuverwechseln mit Science Fantasy, wo starke Bezüge zu Spirituellem vorhanden sind. Gleichzeitig ist Nebenmenschen auch ein utopischer Roman, da er eine komplett neue menschliche Gesellschaft zum Inhalt hat, nicht vergleichbar mit der heutigen Gesellschaftsstruktur. Psychologische und gesellschaftliche Aspekte, keine Kämpfe gegen Aliens oder andere extraterrestrische Lebensformen, und der Kampf um Gleichheit sind die zentralen Themen die sich als Leitstränge durch die Romane ziehen.
Vor allem ein Thema steht im Mittelpunkt, die Ausgrenzung. Die Hauptprotagonisten sind ein Nebenprodukt, ein nun unerwünschtes. Anders als die Menschen, werden sie degradiert, zur Hexenjagd freigegeben. Sie sind anders als ihre Schöpfer und durch ihre Intelligenz werden sie zur Gefahr, es kommt zur Rassentrennung, sie werden zu Nebenmenschen. Einem Nebenmenschen werden keine Menschenrechte zugestanden. Anderssein wird bestraft. Read More »
