Politthriller aus Torgau

Eine Romanfigur zu erschaffen mag für viele leicht erscheinen, aber es schwer einer fiktiven Person nicht nur ein Leben, Träume, Sehnsüchte und Ängste einzuhauchen, noch schwerer ist es aber diese Person über mehrere Bände am Leben zu erhalten.
Steffen Bärtl hat vor zwei Jahren eine solche Person erschaffen, André Hartmann, Diplomat, Ehemann, Vater und einfach nur ein Mensch von nebenan. Im ersten Band unfreiwillig in die Verwicklungen der internationalen Geheimdienste geraten, ist er nun im dritten Band wieder auf den Schauplätzen der aktuellen politischen Bühnen unterwegs.
Diesesmal ist die Handlung hauptsächlich in Afrika angesiedelt, ein Thema das seit Jahren vor allem westliche Welt stark polarisiert. Kindersoldaten, Bürgerkrieg und Waffenhandel- mittendrin ein deutscher Diplomat der mehr oder weniger unfreiwillig in die Schusslinie gerät.
Vor der Küste Somalias treiben Piraten ihr Unwesen, aus Geldgier kapern sie die großen Schiffe der westlichen Konzerne. Vor laufender Kamera wird gemordet, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, Ärzte die um zu helfen in das Krisengebiet des Landes reisen um der Bevölkerung zu helfen, werden überfallen und getötet.
Hartmann reist zum ersten Mal auf den afrikanischen Kontinent, das Leid der Flüchtlinge trifft ihn, trotz der diplomatischen Berichte die ihn vorab informiert habe, wie ein Schlag ins Gesicht.
Auf dem Papier sind es nur Zahlen, in Wirklichkeit sind es Menschen, Kinder, Frauen und Männer die am Verhungern sind. Teils durch die Trockenheit, aber auch durch die andauernden Bürgerkriege in ihrem Heimatländern sind sie gezwungen, auszuharren, zu warten , auf die rettende Hilfe aus dem Westen oder auf den Tod.
Von ihrem Elend, vom Krieg profitieren unter anderem auch Waffenhändler, Menschen ohne Skrupel, für die ein Menschenleben nichts wert ist.
Waffenhandel, die politische Situation in Afrika, vor allem im Grenzgebiet zu Äthiopien und Somalia sind die Hauptstränge in dritten Band.
Steffen Bärtl greift wie immer aktuelle politische Themen auf, verpackt sie in eine komplexe Handlungsgeschichte. Mit der Erschaffung des Diplomaten Andrè Hartmann hat er eine Art Anti James Bond erschaffen. Der deutsche Diplomat, der zwischen der Sorge um seine Frau Renate, die im zweiten Teil das Schicksal erleidet an den Rollstuhl gefesselt zu werden, seinem Pflichtgefühl seinem Land hin-und hergerissen ist, kommt durch seine Art sehr symphatisch an. Kein James Bond, sondern ein Mann wie von nebenan, der tagtäglich in sein Büro fährt, aber der durch Ereignisse unfreiwillig mit den Machenschaften der Geheimdienste auseinandersetzen muss. Ein Mann der erkennt, das zwischen offiziellen Papier und der Wirklichkeit ein riesiger Unterschied besteht.

Im dritten Teil ist Steffen Bärtl, vom Schreibstil deutlich gereift, die Geschichte und Struktur ist sehr komplex, Hintergründe sind genau recherchiert, die Handlungen durchaus glaubbar, obwohl es eine fiktive Geschichte ist.
Tuebingen 043
Steffen Bärtl, ist von Beruf Altenpfleger und lebt und arbeitet in Torgau. Seine große Leidenschaft aber gilt dem Schreiben und auch dem Reisen um vor Ort zu recherchieren. An Ideen mangelt es dem symphatischen Autors aus Sachsen nicht. Geplant sind weitere Romane rund um Hartmann, angesiedelt wieder im Genre des Politthrillers, Wien, Teheran, Berlin und Moskau sind nur einige Stationen im Kampf von Hartmann gegen skrupellose Terroristen und Geschäftsmänner.

Mehr über die Hartmann Reihe gibt es auf dem Buchregal
Keim der Furcht
Das Geheimnis der Osiris
Der Sturm des Orients

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geschrieben am 15. Januar 2012 – 16:25 Uhr von B. Lechner.
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