Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur, 1974 der Andreas-Gryphius-Preis und der Lessing-Ring,Literaturpreis der deutschen Freimaurer. 1976 Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste, Europalia-Preis 1977, 1979 Jacob-Burckhardt-Preis und dem Eichendorff-Literaturpreis ausgezeichnet, Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Die Rede ist von Peter Huchel, einem deutschem Lyriker (geb. 3. April 1903 in Lichterfelde bei Berlin; gestorben 30. April 1981 in Staufen), der einer der Lyriker Deutschlands des 19. Jahrhunderts. In der ehemaligen DDR wurde er nach Sendeleiter, Chefdramaturg, der künstlerische Direktor des ostdeutschen Rundfunkes. Auf Grund seiner systemübergreifenden künstlerischen Konzeptionen für Sinn und Form (einer literarischen Zeitschrift, gegründet von Johannes R. Becher und Paul Wiegler), wurde er von offizieller Seite stark unter Druck gesetzt, nachdem er sich weigerte den ihm für seinen Lyrikband “Chausseen, Chausseen”(Fischer Verlag 1963) verliehenen westdeutschen Fontane-Preis zurückzuweisen, wurde ihm Publizieren und Reisen daraufhin untersagt.
Weder konnte der der Berufung an den Lehrstuhl für Poetik an die Universität Frankfurt folgen, noch zur Preisverleihung des “Großen Kunstpreises von Nordrhein-Westfalen” 1968 nach Westdeutschland reisen, zahlreiche Schikanen des Stasi Regimes erschwerten sein Leben, so wurde auch seine Post konfisziert. In seinen Werken hat der Lyriker dies verarbeitet, erst 1971 durfte er ausreisen, einer der wichtigsten Fürsprecher neben der West-Berliner Akademie der Künste, des Präsidenten des Internationalen PEN-Zentrumsfür für ihn war Heinrich Böll (Literaturnobelpreisträger 1972).
In Gedenken an den Schriftsteller wird seit 1984 jährlich vom SWF, von 1999 an vom SWR, und vom Land Baden-Württemberg der mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel Preis verliehen. Ausgezeichnet werden damit Einzeltitel, die eine wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Lyrik im deutschen Sprachraum leisten.
Am 3. April 2012 wird dieser Preis an die erst 30-jährige Lyrikerin Nora Bossong verliehen. Ihr Debütroman “Gegend“(Gebundene Ausgabe: 127 Seiten erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt; September 2006); erzählt vom Machtkampf zweier Schwestern um den Vater. Ausgezeichnet wird sie für ihren Gedichtband “Sommer vor den Mauern” erschienen im Carl Hanser Verlag März 2011.
“Lyrik ist kein Mittel, sich der Welt zu versichern, gute Lyrik hält die Welt in der Schwebe, auf dass sie neu gewogen werde. Für solch einen Kraftakt aber braucht es ‘leichtes Gefieder’. Nora Bossong ist es gegeben.” Tobias Lehmkuhl, Die Zeit, 17.03.11
“Bossongs Gedichte sind vollgesogen mit Geschichte, und sie versteht es grandios, binnen weniger Verse jahrzehnte- oder auch jahrhundertealte Vergangenheit und Gegenwart ineinanderlaufen zu lassen. ” Andreas Wirthensohn, die tageszeitung, 27.08.11
“Um die Autorin mit ihren eigenen Versen zu loben: Es ist tatsächlich “unfassbar/ wie weit man bisweilen mit Worten reicht”. Katrin Schuster, Stuttgarter Zeitung, 18.11.11