Maribor ist die zweitgrößte Stadt Sloweniens und von Graz in einer Stunde Fahrzeit erreichbar. Nach der Auszeichnung zur Alpenstadt 2000 wurde Marburg an der Drau, wie der deutsche Name der Stadt ist, zur Kulturhauptstadt 2012 gewählt. zusammen mit dem portugiesischen Guimaraes.
Im Vergleich zu den Portugiesen müssen die Verantworlichen in Slowenien mit einem Mini Budget auskommen, nur 8,5 Millionen Euro sind von den veranschlagten fast 50 Millionen Euro übriggeblieben. Gute Laune, ein äussert vielfältiges Programm und eine gehörige Portion Optimismus, statt Neubauten, (die Pläne eines neu erbauten Kultur- und Galeriezentrum am Drau-Ufer mussten aufgegeben werden), und teuerer Spektakel, werden in der Stadt mit den 300 Sonnentagen nun in diesem Jahr im Mittelpunkt stehen.
Mit Österreich, vor allem mit Graz, ist die größte Stadt der Region Štajerska, Untersteiermark, heute wieder nicht nur eng kulturell verbunden, sondern auch wirtschaftlich, etwa in der Europaregion Graz-Maribor.
Bereits im 13.Jahrhundert wurde Maribor als Stadt geschichtlich erwähnt, sie blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist Geburtsort vieler bekannter Persönlichkeiten, wie Drago Jan?ar (geb. 1948) einer der bedeutendsten zeitgenössischen slowenischen Schriftsteller, erhielt zahlreiche Auszeichnungen ua. 1994 der Europäischen Preis für Kurzprosa, 2007 der Jean Améry-Preis für Essayistik. 1998 bester slowenischer Roman des Jahres. 2012 erhält Jan?ar den Prix Européen de Littérature für sein Lebenswerk. Aber auch der slowenische Präsident wurde in der Stadt am Ufer der Drau, zu Füßen des Pohorje Gebirges geboren.
Seit 1985 wurde der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ bis 2004 an eine Stadt, seit 2004 an mindestens zwei Städte vergeben. Es ist zwar eine Kulturinitiative der EU, aber zusätzlich kann auch eine Stadt eines Nicht-Mitgliedstaates eine Bewerbung stellen. Nicht nur die Kultur, die Vielfalt, sondern auch das Miteinander, und das besser Verständnis der Bürger Europas steht im im Mittelpunkt.
Maribor wird im Jahr 2012 gemeinsam mit seinen Slovenij Gradec, Ptuj, Novo Mesto, Murska Sobota und Velenje, ein breites Programm bieten, mehr als 1000 Veranstaltungen sind geplant.
Von Jazz, klassischer Musik, Reitshows der Académie du Spectacle équestre de Versailles, Puppenspiele und ein Pipi-Langstrumpf-Kinderfestival (September), regionale Buchmesse im Juni, oder aber dem Internationalen Festival der Folklore für Kinder, ebenfalls im Juni, es wird vieles geboten.
Eine Übersicht der wichtigsten Veranstaltungen findet man hier.
Unter dem Slogan “Der Wendepunkt” (”Zavrtimo skupaj”), fand am vergangenen Wochenende der Startschuss statt, Ausstellungseröffnungen, eine Feuershow und Chorkonzert , aber vor allem das Licht, als Symbol für Kultur und Visonen standen im Mittelpunkt. “Schwarze Masken” (”Crne maske”) von dem Schönberg- und Schreker-Schülers Marij Kogoj, das eines der wichtigsten slowenischen Opernwerke ist, wurde gemeinsam vom den Opernhäusern Maribor und Ljubljana neu aufgeführt.
Eines der Prestigeprojektes ist das “Terminal 12″ hier werden Künstler wie Jan Fabre und Rebecca Horn,deutsche Bildhauerin, Aktionskünstlerin und Filmemacherin), der slowenische Theaterregisseur Tomaz Pandur oder der Musiker und Komponist Goran Bregovic erwartet. Schriftsteller wie Charles Simic US-amerikanischer Dichter und der 15. Poeta laureatus der USA) oder Literaturnobelpreisträger 2010, kommen nach Maribo. Die Londoner Tate Gallery wird im Herbst mit einer Schau zu sehen sein.Es werden rund eine Millionen Besucher erwartet werden, auch und vor allem aus Österreich, neben den Erwachsenen stehen auch die Kinder im Mittelpunkt, es werden zahlreiche Veranstaltungen, vor allem im Sommer, wie Festivals und Puppenspiele, für die jungen Besucher geboten.
Aber es ist wohl auch eine Möglichkeit für eine Trendwende, wie Agata Tomazic in der Kulturzeitung “Pogledi” treffend ausdrückt:
“Die Europäische Kulturhauptstadt wird nichts über Nacht ändern. Sie ist aber der beste Grund zum Optimismus, den der Stadt an der Drau im letzten Jahrzehnt gehabt hat”. In eine Art Dornröschenschlaf verfallen, mag vielleicht das Jahr 2012 ein Weckruf nicht nur für die ehemalige Industriestadt sein, sondern auch für die Region. Optimismus kann in diesen Zeiten wohl eine jedes EU Land brauchen, Kultur verbindet, bei Musik, Tanz, fallen sprachliche Hürden, Lachen braucht keine Übersetzung.