Mir wächst ein grüner Daumen …. (hoffentlich)

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Rechtzeitig zur Eröffnung der Gartensaison habe ich mich ja ein wenig umgesehen was es für die Gärtner unter meinen Lesern Neues am Markt gibt. Hier ist mir ein Buch besonders ins Auge gefallen, nicht nur weil es ein richtig dicker Wälzer ist, sondern weil es auch im Buchtitel „Arche Noah“ beinhaltet. Für Nichtösterreicher, Arche Noah „Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung“ hat sich nicht nur der Sicherung und Erhalt gefährdeter Kulturpflanzen, sondern auch dem biologischer Anbau und der Bewusstseinsförderung rund um altes Wissen und Sortenerhalt verschrieben. Einst in jedem Gemüsegarten oder auf jeder Obstwiese zu finden, heute Raritäten , ihnen wird besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge, nicht nur im Schaugarten sondern auch auf den vielen Höfen der Arche Noah Mitgliedern und in so manchen kleinem Garten gewährt. Schaugarten, Veranstaltungen, Jungpflanzen und Samen, Sortenbestimmungen, vieles wird für Mitglieder und auch für Nichtmitglieder geboten.
Als erstes wenn man ein Buch in die Hand nimmt und es kurz durchgeblättert hat, dreht man es um und schaut auf den Preis. Nun der ist hier etwas zum Luftholen,
mit 39,99 € (österreichischer Buchhandelspreis) doch ein schwerer Brocken fürs Geldbörserl.
Aber es lohnt sich auf jeden Fall. Gartenbücher gibt es ja viele, sehr viele, nur überwiegen hier jene die Gartenkunst wie sie in England Tradition hat, moderne Gartengestaltung und Zierblumen zum Thema haben. Das hilft nicht viel weiter wenn man einen Gemüsegarten vor sich hat und ein gärtnerisches Nudelauge so wie ich ist. Ein grüner Daumen wurde mir nicht gerade mitgegeben, so mancher Selbstversuch a la „probieren wir mal wie es wird“ war kläglich zum Scheitern verurteilt. Nun weiß ich auch warum, denn Gurken brauchen Abwechslung, von Fruchtfolge hatte ich zwar gehört, dies aber nur für Landwirte wichtig gehalten und gute Nachbarschaft ist auch im Gemüsebeet nötig.

Fangen wir bei der Einleitung an, wie plant man einen Garten, wie groß sollte er sein, welchen Bedarf habe ich, habe ich die Möglichkeit die Pflanzen vorzuziehen, es sind doch einige Punkte zu beachten. Steht man vor den Samenregalen dann ist die Auswahl verlockend, doch vieles muss selbst vorgezogen werden, hier gibt Andrea Heistinger einen kleinen Grundkurs im 1×1 der Vorkultur. Anbau der Jungpflanzen, das richtige Gießen aber auch was Sauzahn und die Pendelhacke können.
Bodenzusammensetzung, Düngung auf biologischer Ebene auch das muss beachtet werden, wer sich hier näher damit befassen möchte, weiterführende Literatur ist angeführt. Für den Biogärtner ist die vorhandene Information mehr als ausreichend.
Mehr als 500 Seiten warten dann rund um die verschiedenen Gemüsesorten auf den Gärtner, ich merke hier an , das Buch befasst sich ausschließlich mit Gemüse, Obst oder auch Kräuter werden hier nicht miteinbezogen, aber es heißt ja auch „HANDBUCH BIO GEMÜSE“.
Die Beschreibung der Sorten ist gegliedert in: Anbaumöglichkeiten, Jungpflanzenanzucht, Aussaat, Temperatur, Düngung, Wasserbedarf, Pflege, Fruchtfolge und Mischkultur, Gesundheit, Ernte und Lagerung und Sortenvielfalt und Beschreibung dieser. Zusätzlich gibt es noch bei einigen Rezepten und was das besondere ist, Erfahrungen aus der Gartenpraxis von Arche Noah GärtnerInnen. Die Reihenfolge ist nicht nach dem Alphabet sondern nach der Zugehörigkeit der Pflanze zu der jeweiligen Kulturart angeordnet. Rote Rübe ist unter den Gänsefuchsgewächsen zu finden, Salat unter den Korbblütler, der Nüsslisalat oder auch Vogerlsalat gehört hingegen zu den Baldriangewächsen. Hier zeigt sich schon einmal, es ist nicht alles Salat was grün ist.
Anhand der Fotos ist auch so manches dann dem Laien klar, Sortenfotos zeigen die Vielfalt der einzelnen Gemüsesorten. Auf dem nächsten Biomarkt können sie dann ihr Wissen einmal beim Gemüseraten ausprobieren. Es sind sehr viele bekannte Gemüsesorten hier vertreten aber auch sehr viele unbekannte, nicht mehr sehr häufig anzufindende Sorten. Hafer-und Zuckerwurz, Gartenmelde, Johanniszwiebe, Löffelkraut um nur einige zu nennen.
Andrea Heistinger ist freiberufliche Agrarwissenschafterin, Gärtnerin und Autorin, lebt und arbeitet in Schiltern bei Langenlois. Arbeitsschwerpunkte: Kulturpflanzenvielfalt und Lokales Wissen, Geschichte und Geschichten von Kulturpflanzen, Frauen in Landwirtschaft und Gartenbau.
„HANDBUCH BIO- GEMÜSE“, Sortenvielfalt im eigenen Garten ist erschienen im Löwenzahnverlag, Gebundene Ausgabe: 632 Seiten, erschienen Juli 2010, erhältlich im gut sortierten Buchhandel. Für jene die in der Stadt auf dem Balkon oder nur einen begrenzten Raum zur Verfügung haben ist erschienen Handbuch Bio-Balkongarten: Gemüse und Kräuter auf kleiner Fläche ernten, ebenfalls von Andrea Heistinger in Zusammenarbeit mit Arche Noah.
Andrea Heistinger ist hier zu finden unter: www.kulturpflanzenkonzepte.at,

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geschrieben am 26. März 2012 – 10:50 Uhr von B. Lechner.
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