Irgendwann habe ich mich aus dem Leben von Claire und Jamie verabschiedet, zu viele Wiederholungen, immer wieder streiten sie , immer wieder versöhnen sie sich und immer wieder ist ein Bösewicht der dem Glück an den Kragen will. Auch in der Geschichte ihrer Kinder geht das alt bekannte Muster weiter, nach dem dritten Teil stellte sich teilweise beim Lesen der weiteren Bände ein zu hoher Wiedererkennungswert nach dem Motto „ach das hatten wir ja schon mal…“ ein , der letzte Band landetet nach der Mitte nicht fertiggelesen irgendwo im Buchregal.
Dabei fängt im ersten Teil ja alle so gut an, eine junge Frau landet im Schottland des 18. Jahrhunderts. Jaime Fraser ist ein Schotte wie er im Buch steht- so hat er am Anfang etwas Schwierigkeiten mit dem Temperament, den Ansichten und auch der Bildung der jungen Engländerin. Doch es entsteht eine stürmische Liebe in politisch stürmischen Zeiten. Der Jakobitenaufstand von 1745 ist das zentrale politische Thema in den ersten Bänden, der siebenbändigen Highland-Saga, die Auseinandersetzung zwischen dem anglikanischen England und dem katholischen Schottland, mittendrin Claire, geboren im 20. Jahrhundert, in diese Zeit gereist durch das Betreten eines magischen Steinkreises.
Doch die „Sassenach“ wie sie von den Schotten genannt wird, erwirbt sich nicht nur einen Ruf als Heilerin, sie ist ausgebildete Krankenschwester, sondern sie besitzt auch das Wissen wie die geschichtlichen Ereignisse zwischen dem britischen König George II. und dem Prätendenten Bonnie Prince Charlie, vor allem in Bezug auf die schottischen Rebellen endeten. So versucht sie natürlich den Clan, ihren Mann Jamie davor zu beschützen und zu bewahren.
Eingebettet in diese historischen, wahren Begebenheiten hat die US-amerikanische Autorin Diana Gabaldon, mit ihrer „Outlander Saga“ eine gute Mischung gefunden, Fiction und Geschichte miteinander zu verbinden.
In der Folge, den weiteren Bänden, wird Claire wieder in die Gegenwart zurückgebracht, reist wieder in die Vergangenheit, auch die gemeinsame Tochter von ihr und Jamie, betritt irgendwann den Steinkreis um in der Vergangenheit ihren wahren Vater kennenzulernen.

Neben dieser Serie hat sie auch einer Hauptfigur einen Platz in eigenen Romanen gegeben, Lord John Grey, der in den Romanen rund um Claire und Jamie durchgehend eine Rolle spielt. Vor allem seien sexuelle Orientierung, seine Homosexualität, wird in den “Spin-offs” offen geschildert und auch die Handlung dreht sich um dieses Thema, bzw. er trifft immer wieder auf Männer seinesgleichen. Mehr im Bereich historische Krimis angesiedelt, konnten sie mich nicht so überzeugen, es fehlte hier das gewisse „Etwas“, nett geschrieben aber es bleibt meiner Meinung nach nur bei einem Versuch die Diskriminierung Homosexueller im 18. Jahrhundert genauer näherzubringen.
Lesenswert hingegen ist für alle Fans der Serie nun der im Juni neu erschienene „Lord John Roman“. In „Die Fackeln der Freiheit“ (Blanvalet Verlag 25. Juni 2012), wird ein wichtiger Teil behandelt der in den Bänden der Highland Saga etwas im Hintergrund war, die Entstehung der Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Männern. Jamie Fraser, verurteilter Strafgefangenen aus Helwater, der Offizier der englischen Krone und Adeliger, beide müssen zusammenarbeiten um eine Verschwörung aufzudecken.
Zwar wird einiges in „Ferne Ufer“, :Band 3 der Highland-Saga, aufgedeckt, doch hier geht es etwas tiefer in das Geschehen.
Angesiedelt in den Jahren wo Jamie nicht wusste, ob Claire nach der großen Schlacht mit ihrem ungeborenen Kind wieder heil in ihrer Zeit angekommen ist, wird hier jene Zeit erzählt die beim Lesen der ersten drei Bände fast nicht behandelt wird. Wenn auch die ersten drei Bände unerreicht bleiben, es fehlt der Biss, das gewisse etwas das fesselt, ist es doch eine gute Sommerlektüre um Lücken rund um Jamie Fraser aufzufüllen. Nachdem ja nach Schottland die Handlung in der Serie nach Amerika zur Zeiten des Unabhängigkeitskrieges verlegt wurde, verschlägt es den Schotten nach Irland im Jahr 1760. Alte Mythen, der Versuch die Engländer erneut zu vertreiben, muss er sich entscheiden auf welcher Seite er steht. Claire erzählte ihm von Aufständen die scheiterten, dieses Wissen in sich, versucht er einen Weg zu finden.
Zum Buch und zum Blick ins Buch:Die Fackeln der Freiheit: Ein Lord-John-Roman
die Bücher der Reihe:
Feuer und Stein 1995 (Origin.: Outlander 1991, UK: Cross stich)
Die geliehene Zeit 1996 (Origin.: Dragonfly in amber 1992)
Ferne Ufer 1997 (Origin.: Voyager 1994)
Der Ruf der Trommel 1998 (Origin.: Drums of autumn 1997)
Das flammende Kreuz 2002 (Origin.: The fiery cross 2001)
Ein Hauch von Schnee und Asche 2005 (Origin.: A breath of snow and ashes 2005)
Echo der Hoffnung (Origin.: An echo in the bone 2009)
Die Lord John Reihe:
Das Meer der Lügen, 2003 (Lord John and the Private Matter, 2003)
Die Sünde der Brüder, 2007 (Lord John and the Brotherhood of the Blade, 2007)
Die Fackeln der Freiheit, 2012 (Lord John an the Scottish Prisoner, 2011)
Novellen:
Lord John und die Flammen der Hölle (Lord John and the Hellfire Club)
Lord John und der magische Pakt (Lord John and the Succubus, 2003)
Lord John und der Geistersoldat (Lord John and the Haunted Soldier, 2007)
