Markierungs Archiv: Olga Martynowa

Ingeborg Bachmannpreis geht an Olga Martynowa

8. Juli 2012 – 12:49 Uhr

Nach einem Frankfurter Autorenstipendium erhält die mehrfach ausgezeichnete Schrifstellerin Olga Martynowa den Ingeborg Bachmannpreis, der heuer im Rahmen der 36. Tage der deutschprachigen Literatur wieder vergeben wurde. 2010 war sie ua. für die Longlist Deutscher Buchpreis mit "Sogar Papageien überleben uns" nominiert. 26. Februar 1962 in Dudinka, Region Krasnojarsk geboren, schreibt sie ihre Gedichte, Essays vorwiegend auf russisch und auf deutsch Essays und Prosa. Bereits am zweiten Lesetag zeichnete sie sich als Favoritin ab, musst aber heute in die Stichwahl gegen Matthias Nawrat. In seiner Laudatio meinte Juror Paul Jandl, der Olga Martynova vorgeschlagen hatte,: "Muss man bei Adam beginnen, um zu erklären worum es in der Literatur geht? Man muss nicht, aber man kann. Die Gartenpforte, das Hintertürchen ins Paradies ist die Literatur." Olga Martynova wuchs in Leningrad auf, studierte russische Sprache und Literatur; 1991 zog sie nach Deutschland. Sie lebt heute mit ihrem Mann Oleg Jurjew in Frankfurt/Main. Mit ihrem Roman-Debüt "Sogar Papageien überleben uns?" (Droschl 2010) kam sie auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2010 und auf die Shortlist des Aspekte-Preises 2010. In ihrer Lyrik thematisiert auch ernste Sachen, wie Leid und Tod, ihre Gedichte sind dagegen oft spielerisch. Die Lyrikerin und Literaturkritikerin erzählt in "Sogar Papageien überleben uns?" ,die Geschichte der Slawistin Marina, Petersburgerin, die in Berlin an einem Daniil-Charms-Kongress teilnimmt, elektrische Zahnbürsten, Terroranschläge, Nabokov und natürlich Daniil Charms sowie Andreas, ein Deutscher mit dem sie eine Liebschaft hatte, vermischen sich zu einem Roman. Eine Roman über eine Frau deren Leben zu 80% aus Literatur besteht und die eine Affinität zu den Vögeln hat. Jedem Menschen ordnet sie einem Vogel zu, der Rest gehört ihrer Jugenliebe die sie bei einem Kurzbesuch in Deutschland wiedertrfft. Zwanzig Jahre sind vergangen, die Zeit hat beide verändert. Auf Grund des Schreibstils sicher einanspruchsvoller Roman, keine leichte Lektüre für zwischendurch. Der BKS-Publikumspreises 2012 geht an denText "Junge Hunde" von Cornelia Travnicek,( geboren 1987 St. Pölten), lebt in Traismauer (A), wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, ua. dritter Platz beim FM4 Wortlaut Wettbewerb 2009 für einen Auszug aus ihrem Romandebüt Chucks „Chucks“ heißt das außergewöhnlichste Debüt der Frühjahrssaison. [...] Cornelia Travnicek ist mit „Chucks“ ein großer Wurf gelungen, der vom Leben und vom Sterben in einer funkelnd direkten Art und Weise berichtet." Marion Quandt, WDR Matthias Nawrat erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis für seine Geschichte über eine Familie, die ihren Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Altmetallen bestreitet und vom Auswandern nach Neuseeland träumt. Die deutsche Autorin Lisa Kränzler erhielt den 3sat-Preis (7.500 Euro) für die Geschichte über ein junges Mädchen, das vom Kindergartenalter langsam in die Pubertät gleitet. Ein sehr trauiger Aspekt hier, kurz vor dem Beginn des Lesewettbewerbes verstarb der Lektor der Autorin, die er nach Klagenfurt begeleitet hatte, überraschend. Inger-Maria Mahlke erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Ernst-Willner-Preis. Der Siegertext hier zum nachlesen: weiterlesen »

von B. Lechner | Veröffentlicht in Allgemein | Kommentare deaktiviert
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