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Liebe ist ein Kleid aus Feuer

 

  • Taschenbuch: 656 Seiten
  • Verlag: Diana Taschenbuch (3. März 2008)


Liebe ist ein Kleid aus Feuer - Im Buch lesen...

Brigitte Riebe führt uns in  die Zeit der Karolingereiches, in die Zeit Otto I., der Große. (* 23. November 912 in der Pfalz in Wallhausen bei Sangerhausen in Sachsen-Anhalt † 7. Mai 973 in Memleben in Sachsen-Anhalt). Also in eine Zeit die als „Saeculum obscurum“, als  dunkles Jahrhundert in der Geschichtsschreibung bezeichnet wird. Die  Karolinger verloren zusehends an Einfluss, die  Liudolfingern (Ottonen) hingegen kamen immer mehr zu Einfluss und Macht, Heinrich der Erste, später sein Sohn Otto I. regierten  das Reich.

Adelige Frauen hatten in dieser Zeit nur eine Rolle, zu heiraten, Kinder zu gebären und so die Erbfolge zu sichern.  Die promovierte Historikerin die bereits in mehreren Romanen verschiedene Epochen der Geschichte als Vorlage nahm,  erzählt uns von dieser Zeit und von Frauen die ihrem Rollenbild nicht entsprachen.

Die Hauptfigur ist Eila, Tochter von Raymond von Scharzfels und seiner Frau Oda, der Eiskönigin, wie die junge Frau ihre Mutter nennt.  Oda ist eine Frau die verzweifelt ist,  hat sie nur eine lebende Tochter, keiner ihrer Söhne hat die ersten Wochen überlebt.  Depressiv veranlagt, auf Grund der äußeren Umstände, würde die moderne Diagnose heute lauten, in dieser Zeit aber lastete ein enormer Druck auf den Frauen, Söhne waren alles.

Eila hat eine große Liebe, die Tauben und die Falknerei, ersteres bietet ihr einen Rückzugsort, das zweite verbindet sie  mit ihrem Vater, den sie nur immer sieht wenn es ihm seine Pflichten am Hofe des Herrschers erlauben.  Eines Tages wird Roswitha auf die Burg gebracht,  sie ist die Tochter eines Freundes des Burgherrn,  sie wird zu einer Freundin und auch einer Verbündeten der jungen Adeligen. Der Neuankömmling leidet unter einer Krankheit, Fallsucht oder Ellipsesie, in jener Zeit wurden Menschen mit dieser Krankheit als etwas Besonderes angesehen. Im Gegensatz zu ihrer Freundin ist Roswitha mehr in der Welt der Bücher, des Glaubens und der Welt der Dichtung zu Hause.

Gemeinsam wachsen beide Mädchen auf der Burg  von Raymond auf, bis Lando auf der Burg eintrifft. Sein Vater ist Schmied, der obwohl er ein freier Mann ist, von den Burgherren mittels Erlass des Königs gezwungen wurde ihm auf die Burg zu folgen um ihm ein Schwert zu schmieden.  Ein wichtiger Bestandteil des Lebens war der Aberglaube und der Glaube an die Reliquien. Mit diesen „heiligen“ Sachen wurde ein reger Handel betrieben, sie sollten dem Besitzer nicht nur näher zu Gott bringen sondern auch Wunderkräfte besitzen.  Aus diesem Grund, soll Landos Vater ein Schwert schmieden mit einer Reliquie im Knauf, welches die nachlassende Kampfeskraft kompensieren sollte.

Nun, ohne die Handlung zu viel zu verraten, es kommt zu einer Beziehung zwischen Lando und Eila, die natürlich gegen alles Standesrecht ist,  beide müssen dafür bezahlen.  Während Eila am Hofe scheinbar Karriere macht,  bleibt ihre Gefährtin im Kloster, ist in der Welt der Scriptorium, zu Hause.

Vorweg gesagt es ist ein sehr guter Roman, sehr flüssig geschrieben, aber er ist eindeutig zu kurz geraten. Zu interessant sind die einzelnen Figuren, zu unterschiedlich, zu abwechslungsreich nicht nur der historische Hintergrund.  „Liebe ist ein Kleid aus Feuer“  gehört sicher zu der oberen Kategorie, aber es vermischen sich zu viele Kleinigkeiten miteinander, ohne dass diese  genauer erklärt werden.

Vor allem das historische Romane immer gut ausgehen müssen ist nicht zwingend, manchmal wäre ein anders Ende etwas glaubhafter. Zu vieles wird nur angedeutet, angeschnitten,  man weiß jetzt nicht wer ist die Hauptperson. Meiner Meinung nach ist vor allem das Ende viel zu viel Klischee,  sicher erwarten die meisten Leser ein solches, etwas Mut sich dagegen durchzusetzten wäre wünschenswert.  Vor allem das auf dem Klappentext damit geworben wird es handelt sich auch um die Geschichte von Roswitha von Gandersheim, die später als Dichterin in die Geschichte eingehen wird, bleibt hier dieser Aspekt zu sehr im Hintergrund.  Leider, denn eine Frau als Dichterin, in einer von Männern bestimmten Welt, eine  sehr gute Vorlage für einen Roman. Sicher ist im Bereich des historischen Romans  zwar vieles Dichtung, aber es wirkt glaubhaft  und auch  die historischen Fakten sind sehr gut recherchiert, es gelingt es der Autorin hier alles zu einem sehr guten Roman zu vereinen.

Es ist meine persönliche Ansicht das hier ein so vielfältiges Bild gezeichnet wurde, das zweihundert Seiten mehr dem Roman sicher nicht geschadet hätten, um mehr auf Roswitha und auch die Geschichte Landos einzugehen.  Ein Epos wie zum Beispiel im Stile der Bücher von Rebecca Gablé und ihrer Bücher über die  Geschichte der Familie Waringham wäre hier von der Geschichte, der Personen und auch vom schriftstellerischen Können sowie vom historischen Wissen mehr als machbar gewesen.

Wer historische Romane liebt, kann hier getrost zugreifen, leider endet es mit Seite 633, aber wer weiß vielleicht heißt es  ja: „Fortsetzung folgt…..“

Brigitte Riebe (geb. 1953 in München),  promovierte Historikerin und arbeitete lange Zeit als Verlagslektorin.

„Palast der blauen Delphine“,  „Schwarze Frau vom Nil“ sowie die beiden  Jakobsweg-Romane „Straße der Sterne“ und „ Die sieben Monde des Jakobus“ Die Autorin lebt und arbeitet in München. Brigitte Riebe schreibt auch gelegentlich  unter dem Pseudonym Lara Stern.

Zu den Romanen von Brigitte Riebe

 

 

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