Maria Christina -Tagebuch einer Tochter

- Broschiert: 527 Seiten
- Verlag: Dreesbach; Auflage: 1 (4. Oktober 2010)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 394006145X
Maria Christina (auch Marie Christine) Johanna Josepha Antonia von Habsburg-Lothringen,geboren am 13.Mai 1742 in Wien, wurde von allen nur liebevoll Marie oder "Mimi" gerufen, vor allem von ihrer Mutter Kaiserin Marie Theresia.Sie war umunstritten die Lieblingstochter der österreichischen Kaiserin, was natürlich zu Eifersüchtelein unter der zahlreichen Kinderschar am österreichischen Kaiserhof führte.
Maria Christina, Tagebuch einer Tochter, beginnt am zehnten Jänner1760.
In der Winternacht belauscht sie ein Gespräch zweier Herren unter ihrem Fenster, die sich über die Eigenheiten Lieblingstochter mokieren, eine kapriziöse junge Dame sei sie, verwöhnt von der Kaiserin. Es steckt viel Wahrheit dahinter, als einzige ihrer Geschwister gelang der jungen Prinzessin eines das ihren Brüdern und Schwestern verwehrt blieb. Sie durfte die Liebe ihres Lebens heiraten, musst sich nicht der Heiratpolitik der Habsburger beugen.
Am nächsten Tag muss Maria Christina erkennen, ihr Tischherr ist Prinz Albert Kasimir von Sachsen, jener der sich am Vorabend über sie lustig gemacht hat. Doch aus anfänglicher Abneigung erkennt sie ihn ihm ihren Seelengefährten, die Liebe ihres Lebens. Bis jedoch die beiden am 8. April 1766 ihre Hochzeit feiern können müssen sie einen langen Weg beschreiten. Einen Weg den die Autorin uns begleiten lässt.
Sie erzählt vom Leben am Kaiserhof, ein Leben eingeengt in das strenge Hofzeremoniell, aber doch ein Leben voller Liebe durch die Eltern Kaiser Franz I. und Kaiserin Maria Theresia. Beschreibt ein Leben an einem der wichtigsten Höfe Europas, lässt das Leben der Kaiserfamilie vor einem vorbeiziehen. Maria Christina nimmt eine besondere Rolle am Hof ein, von vielen abgelehnt und beneidet aufgrund der Bevorzugung durch ihre Mutter, findet sie in Isabella von Parma, der Frau ihres Bruders dem späteren Kaiser Joseph II. von Österreich eine Seelenfreundin.
Es ensteht eine tiefe Freundschaft, nicht nur die Musik und Kunst, sondern auch eine starke gegenseitige Zuneigung verbindet die beiden Frauen. Zwei Frauen am Hof voller Gegensätze, auf der einen Seite die lebensfrohe Kaisertochter auf der anderen Seite die melancholische, von Todessehnsüchten geplagte junge Infantin von Spanien. Mimi nimmt sich der jungen Frau an, die mit 18 Jahren an den Kaiserhof nach Wien verfrachtet wird, die sich der Politik beugen muss und nur noch einen Zweck zu erfüllen hat, den nächsten Thronfolger zu gebären. Ihrem Bruder ist die enge Freundschaft der beiden Frauen ein Dorn im Auge, er versucht es zu verhindern, ist er doch zu tiefer Liebe zu seiner Frau entbrannt. Der Briefwechsel der Prinzessinnen ist nur noch von einer Seite her vorhanden, nach dem frühen Tod Isabellas 1763 lässt Joseph II. die Briefe seiner Frau an Maria verbrennen.
Auf Wunsch ihres Vaters soll Maria Christina der Staatsräson gehorchen, der Herzog von Chablais, Sohn seiner Schwester soll der Gemahl seiner Tochter werden. Obwohl ihre Mutter Maria Theresia die Kaiserin von Österreich ist, hier hat der Kaiser das Sagen. In ihrer Mutter jedoch hat Mimi eine starke Verbündete, gemeinsam versuchen sie den Vater von der Heirat abzubringen. Ein Unterfangen jedoch das scheinbar nicht gelingen will, erst der Tod des Kaisers 1765 gibt den Weg für die beiden Liebenden endlich frei. Hier endet auch das Tagebuch, leider muss ich sagen. Maria Christina war wohl einer der faszinierendsten Frauenpersönlichkeiten am österreichischen Hof zu dieser Zeit. Intelligent, lebenslustig und mit viel Charme leuchtete sie wie ein Edelstein hervor.
Die Autorin Rebecca Novak hat es geschafft hier einen historischen Roman zu schreiben der einfach nur bezaubert. Sticht das Buch schon alleine durch seine Farbe, es ist komplett in zartrosa, Prinzessinnenrosa gehalten, hervor, setzt es sich durch die Schreibweise noch mehr von den gängigen historischen Romanen ab. Federleicht, flüssig mit einer Anmut in der Feder, zeichnet sie ein Bild des Lebens am Kaiserhof. Lässt die Sprache der damaligen Zeit einfliesen mit all ihrer Harmonie. Schildert sie die Kutschenfahrten im Winter, beschreibt sie es so eindringlich, sieht das Gesicht der Prinzessin lachend, während die Schnelligkeit der Schlitten im glitzernden Schnee rund um Schönbrunn ihre Wangen rot färben, spürt ihre Lebensfreude, ihrer Energie.
Schreibt Novak von den düsteren Zeiten, dem Verlust von Isabella möchte man mit der Prinzessin weinen. Maria Christina, Tagebuch einer Tochter, ist für mich persönlich einer der besten historischen Romane auf dem Markt. Er erzählt einfach nur die Geschichte einer jungen Frau, die bereit ist alles zu geben, sich nicht unterdrücken lässt und ihre Liebe leben darf.
Das weitere Leben der Prinzessin birgt nicht nur Liebe und Freude. Sie muss viele Schicksalsschläge erleiden. Ihre Tochter stirbt kurz nach der Geburt, sie kann keine weiteren Kinder bekommen, wird aber die Ersatzmutter für ihren Neffen, Erzherzog Karl. Die begabte Erzherzogin gründet mit ihrem Mann die Albertina in Wien. Ihre jüngste Schwester Marie Antoinette muss sich der Heiratspolitik ihrer Eltern beugen, sie stirbt 1793 unter dem Schafott als Königin von Frankreich.
Fünf Jahre später stirbt Mimi an den Folgen einer Magenkrankheit in Wien, ihr Grab befindet sich in der Kapuzinergruft und trägt die Inschrift "Uxori Optimae Albertus (Der besten Gattin, Albert)
Maria Christina - Tagebuch einer Tochter erschienen im Verlag August Dreesbach 2010
Rebecca Novak
Rebecca Novak, geboren 1985 in Regensburg, hat schon im Kindesalter eine große Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben entwickelt. Erste Schreiberfahrungen sammelte sie bereits im Alter von etwa sieben Jahren, als sie fast täglich kleine Geschichten verfasste. Auf Reisen durch Österreich verliebte sie sich immer mehr in dieses Land, vor allem Wien und seine Geschichte zogen sie in ihren Bann. Bücher und Filme über die Habsburger, besonders über die Zeit von Maria Theresia, wurden zu ihrer großen Leidenschaft.
Nach dem Abitur nahm sie ein Studium der Kommunikationswissenschaft in München auf. Die allein theoretische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit „Massenkommunikation“ waren ihr aber nicht genug und der lang gehegte Traum, einen Roman über ihre Lieblingszeit zu schreiben, verlangte nach seiner Realisierung und so widmete sie sich nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums in jeder freie Minute ihrem Projekt „Maria Christina“.
Aus einer Idee wurde ein Projekt, aus einem Projekt eine Liebe und aus der Liebe ein Roman!
Heute lebt Rebecca Novak in München und arbeitet an der Fortsetzung ihres Romans. (Verlagstext)

