MORDSHUNGER

- Gebundene Ausgabe: 335 Seiten
- Verlag: Westend (27. September 2010)
- Buch hier erhältlich bei Amazon
Der Welternährungstag wurde erstmals 1979 eingeführt, jedes Jahr am 16. Oktober soll daran erinnert werden, das nicht alle Menschen genug zu Essen haben und das Millionen von Kindern unter Hunger leiden. Hunger, jenes Gefühl, körperliche Empfindung die uns veranlasst Nahrung zu uns zu nehmen. Doch was ist wenn der Hunger nicht gestillt werden kann, wenn Kinderaugen ihre Mütter fragend anblicken und fragen: "Warum-lässt du mich hungern?".
Jeden Tag sterben 25.000 Menschen an den Folgen von Unternährung und Hunger und dies obwohl in der Wohlstandsgesellschaft des goldenes Westen, jeden Tag Tonnen von Lebensmitteln im Müll landen. Im Jahr 2009 wurde die Milliardengrenze erstmals überschritten, bei einer Weltbevölkerung von rund 6,9 Milliarden Menschen.
Nicht nur Wetter und Klimawandel sondern auch soziale, politische und ökonomische Ursachen führen dazu das immer mehr Menschen zuwenig zum Überleben bekommen. Laut UNO müssen weltweit 1,4 Milliarden Menschen mit weniger als 1,25 US Dollar am Tag auskommen und leben so in extremer Armut. Aber auch Wirtschaftskrise, Abeitslosigkeit ,Erhöhung der Lebensmittelpreise sind weiter Faktoren die den Kampf gegen den Hunger erschweren. Mit 600 Millionen weisen Asien und Ozeanien die höchste Zahl an unterernährten an, gefolgt von Afrika und Lateinamerika. Mangelernährung wird als die Magerkeit oder Auszehrung einer Person definiert, deren Gewicht im Vergleich zu ihrer Größe zu gering ist. Sie ist eine Folge der Armut, Unterernährung ist wenn die Kalorienzufuhr geringer ist als Mindestenergiezufuhr, die Hungersnot hingegen ist ein absoluter und totaler Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung der gesamten Bevölkerung, die wenn nicht Abhilfe geschaffen wird zum Tode führt. Doch nicht nur die Menge auch die Qualität der Nahrungsmittel ist nicht zu unterschätzen.
Größer Hungersnöte waren in den letzten Jahrzehnten vor allem in Nigeria, Sahelzone, Nordirak, Kongo, Nordkorea und 2000 in Äthiopien. Doch nicht nur die Menge auch die Qualität der Nahrungsmittel ist nicht zu unterschätzen, die WHO zählt den Mangel an Eisen, Vitamin A und Zink zu den zehn wichtigsten Todesursachen in solchen Ländern, am meisten betroffen- die Kinder.
Sind falsche Strategien in der Wirtschaftspolitik, die Globalisierung, eine falsche Infrastruktur die Ursachen, oder die stetig nachwachsende Nachfrage der Märkte in Indien und China? Wie kann die Landwirtschaft in den Armutsländern neu belebt werden, sind Erhöhungen der Einfuhrzölle die Lösung und wie kann die EU die Agrarmärkte schützen und sich hier ihrer Verantwortung stellen?. Fehlende Infrastruktur in Afrika in ländlichen Gebieten sorgt dafür das hier zwar ein gutes Potential für die Landwirtschaft vorhanden ist, aber nur leben weniger als 50 % der Bevölkerung in de Nähe einer Straße die das ganze Jahr befahren ist. Hier fehlen die Transportmöglichkeiten um die Nahrung zu den Menschen zu bringen. Die Bauern müssen die Möglichkeit besitzen ihre Erzeugnisse verkaufen zu können, hier sind jedoch Investitionen nötig für die ganz einfach kein Geld vorhanden ist. So werden zum Beispiel in der Subsahara nur 4 % der bebauten Fläche bewässert, in Südasien sind es etwa 39 % die künstlich bewässert werden.
2008 führe die Vernachlässigung der lebensmittelerzeugenden Industrie zu einer Ernährungskrise, weltweit wurden verschiedene Initiativen gestartet. Nach Schätzungen der einberufenen Arbeitsgruppe müssen jährlich 25 bis 40 Milliarden Dollar weltweit investiert werden um eine gesicherte Ernährung der Weltbevölkerung zu gewähren.
Am deutlichsten zeigt sich das Scheitern in einer Rede die Bill Clinton ,derzeitige UN Sondergesandte für Haiti vor dem Außenpolitischen Ausschuss am 10. März 2010 hielt:
Von 1981 bis zum vergangenen Jahr verfolgten die Vereinigten Staaten die Politik , dass die reichen Länder, die viele Nahrungsmittel produzieren, diese an die armen Länder verkaufen sollten, um sie dadurch von der Bürde zu entlasten, ihre eigene Nahrung produzieren zu müssen. Auf diese Weise könnten sie dann direkt ins Industriezeitalter springen, aber das hat nicht funktioniert. Das ganze war vielleicht gut für die Farmer in meinem Heimatstaat Arkansas, aber sonst hat es nicht funktioniert. Es war ein Fehler......."
© UNCTAD
In seinem Buch enthüllt Jean Freyder nicht nur die Ursachen des Hungerskandals, sondern hinterfragt sie auch. Er zeigt eindrücklich auf, dass ein Umdenken geschehen muss um den Kollaps zu vermeiden. Die Armutsbekämpfung ist daran zu scheitern wenn nicht jetzt Entscheidungen getroffen werden. Nicht nur bei Konzernen, Regierungen und den Mächtigen ist ein Umdenken nötig sonder auch an der Basis bei der Zivilgesellschaft.

