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Phänomen Facebook

Phänomen Facebook: Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt

 

von Steinschaden  Jakob

 

Verlag Carl Ueberreuter, Wien 2010

200 Seiten, Hardcover m. Schutzumschlag

 

„Im Schnitt hat jeder Nutzer 130 Facebook-Kontakte – selbst wenn man seine PrivatsphäreEinstellungen so strikt regelt, dass nur diese 130 Personen die persönlichen Informationen sehen
dürfen, ist das für viele Menschen eine ungewohnt große Menschenmenge. Das ist, als würde man
vor vier Schulklassen ein Referat über sich selbst halten. Zudem gibt es die Einstellungen, dass
Inhalte sichtbar für “Freunde von Freunden” sind – das sind im Schnitt 16.900 Facebook-Nutzer,
also quasi eine Kleinstadt, vor der man sich entblößt. Privatsphäre bei Facebook ist eine Illusion –
übrigens auch rechtlich gesehen“, so Jakob Steinschaden.

Mark Zuckerberg und sein Social Network sind nicht mehr aus dem heutigen Leben wegzudenken. Egal ob privat, Firma, Vereine, Institutionen, fast ein jeder besitzt einen Account und damit ein Profil.  Sobald ein Profil erstellt worden ist, ist der User Teil einer Community zu der heute  jeder vierte Internetbenutzer weltweit gehört. Tendenz steigend. 2004 als Universitätsnetzwerk von Zuckerberg entwickelt, zusammen mit drei anderen Studenten. Doch Zuckerberg ist und bleibt Mr. Facebook. Zuerst nur für Studenten in den USA, 2006 auch für andere Nutzer allgemein freigegeben, seit 2008 auch Deutsch angeboten, mittlerweile in 80 Lokalisierungen aufrufbar, Faceook ist einzigartig und fasziniert. 2007 folgte die Freigabe für den Zugriff von Drittanbietern, Programmen können geschrieben werden, Facebook angepasst werden und mit Erlaubnis der Nutzer auf deren Daten zugreifen. Vom Horoskop, täglichen Glückskeks oder Spiele alles ist hier vorhanden. Vor allem die Spiele haben eine Erfolg gelandet, mit dem keiner gerechnet hat,  hier vor allem Zynga, mit Farmville, Mafia Wars oder Frontville, die virtuelle Farm hatte den wohl größten Erfolg mit über 75 Millionen Nutzern bis Cityville an den Start ging. Das Browesergame wird  seit seinem Beginn Dezember 2010 von mehr als 100 Millionen Spielern monatlich gespielt.

Das Web im Web, so kann man Facebook heute bezeichnen, aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Im Profil wird  verkündet wer gerade mit wem  Kaffeetrinken geht, wo zu Mittag speist,  Beziehungsänderungen werden  umgehend gepostet, Fotos, Videos und mehr, alles kann mitgeteilt werden, geht der Daumen unter einem Beitrag nach oben, lesen es dann Menschen die der eigentliche Ersteller noch nie im Leben gesehen hat. Einmal geteilt und kommentiert und man hat keinen Einfluss mehr darauf. In Kritik geraten ist Facebook dadurch das hier ein jeder auf persönliche Daten zugreifen kann, sobald ein User zu freizügig mit seinen Freigaben umgeht. Von der Email-Adresse, Geburtsdatum, Wohnort, Arbeitgeber und Hobbies, alles wird preisgegeben. So manche Geburtstagseinladung an Freunde endete mit einem Polizeieinsatz, monatlich werden rund 3.5 Millionen Events auf Facebook angekündigt und beworben. Mittlerweile kann man selbst einstellen wer was auf seinem Profil lesen und posten darf.

Facebook funktioniert eigentlich ganz einfach, anmelden und fertig. Doch dann beginnt die Suche nach Freunden, zuerst sucht man die Freunde aus dem wirklichen Leben, alles ist auf die Freundschaften hier aufgebaut. "Freundschaft" ist hier die Verbindung zu einem andern User, egal ob man ihn im realen Leben kennt oder nicht, egal ob sich dahinter wirklich die Person befindet die auf dem Profil beschrieben wird. Sobald aber man die Freundschaft akzeptiert hat, kann der andere auf die gesamten Daten die man veröffentlicht zugreifen. Damit auch ein jeder gefunden wird, gibt es natürlich auch noch den "Freundefinder", Chatprogramme, Outlook alles lässt sich mit Facebook verknüpfen und der Freundeskreis wächst und wächst. Spielt man dan noch ein oder mehrer Spiele, braucht man hier noch Nachbar, verliert man leicht den Überblick. Will man vermeiden von Einladungen verschiedenen Apps  zugemüllt zu werden, es gibt zum Glück die Möglichkeit das unerwünschte zu blockieren. Genau so leicht wie hinzugefügt, kann man sich wieder entfreuenden, ein Klick genügt, ein Nutzer weniger kann auf mein Profil zugreifen ohne etwas dagegen zu unternehmen. Was Datenschützer hier in ihrer ganzen Kritik außer Acht lassen, ein jeder kann selber bestimmen- wen er als Freund akzeptiert und was er selber postet, kann einen lästigen  User aber auch nur ausblenden, ihm aber die Illusion lassen weiter mein Freund zu sein.

Das absolute Herzstück ist der "News Feed", erst 2006 also zwei Jahre nach Gründung eingeführt, ermöglicht der uns den Strom der Updates unsere Freunde auf einen Blick zu erfassen, wir sehen auf einem Blick was unsere Freunde zu treiben und was sie interessiert. Wir werden auf dem Laufen gehalten, aber es gibt keinen einzigen Newsfeed zweimal, Facebook filtert den Strom der Nachrichten automatisch und sorgt dafür dass zwei Freunde niemals eine Nachricht doppelt lesen. Erstellt man einen Beitrag wird er automatisch vom System in den Newsfeed eingegliedert, wir haben keinen Zugriff mehr darauf wer ihn aller liesst. Der Informationsfluss ist hier gigantisch, rund sechs Milliarden, vom Update bis hin zum Video werden hier pro Woche veröffentlicht.  Alleine die Fotos die gepostet werden zeigen die Dimensionen, vor knapp zwei Jahren waren es 30 Milliarden!! digitaler Fotos die hier auf den Servern von Facebook gespeichert waren. Mittlerweile gibt es ja bereits Digi Cams, mit eingebauter "Share" Funktion, ein Druck genügt und das aktuelle Fotos ist eine Minute später auf meinem Facebookprofil zu sehen. Handys haben einen Facebook Client um zu jeder Zeit auf das Profil zugreifen zu können und um updaten zu könne, überall im Web findet man den kleinen blauen Daumen um es in den Newsfeed einzugliedern.

 

Steinschaden erklärt uns aber nicht nur die Fakten und Daten hinter Facebook sondern geht ins Detail. Wie Facebook wirklich zu so einem Erfolg werden konnte, worin die Faszination liegt und vor allem warum die zeit reif war für Facebook, der Journalist hat sich ins Herz des Giganten nach Palo Alto, dem Hauptquartier begeben und  setzt sich ausreichend mit den Fakten auseinander.

Die Geschichte von Mark Zuckerberg landete im Kino, gehört zu den Oscaranwärtern des heurigen Jahres, aber was wissen wir wirklich über Facebook? In den Nachrichten immer dann präsent wenn Datenschützer zum Boykott aufrufen, die Wirtschaftsnachrichten darüber spekulieren wieviel es wirklich wert ist, aber sonst wissen wir nichts. Wir wissen nicht was mit unsern Daten wirklich passiert und wer unsere Status wirklich liest. Friendster, My space, warum hatten andere Netzwerke nie den Erfolg den Facebook heute hat? In seinem Buch merkt man das Jakob Steinschaden  sehr kritisch das ganze von außen betrachtet, klar und analytisch erzählt er vom Beginn, dem unterwarteten Erfolg, wie wir es nutzen,  aber er fragt auch nach der Zukunft von Facebook und wie weit es unser Leben heute schon bestimmt und in Zukunft bestimmen wird. Wer Facebook täglich benützt, sei es privat oder beruflich dem sei das Buch als eine Gebrauchsanleitung zu empfehlen, vor allem um sich eine Sensilibität zu schaffen im Umgang mit den eigenen Daten.

Doch was steckt hinter dem Phanömen Facebook eigentlich wirklich, wo liegt der Erfolg der Website, die sich aus Millionen von Profilseiten zusammensetzt? Vor allem in der kurzen Zeit, innerhalb von 2 Jahren hat Facebook die Welt des Internetes personalisiert, eine Entwicklung eingetreten mit dem keiner auch nicht Zuckerberg je gerechnet hätte.  3.390.000.000

Jakob Steinschaden, Journalist beim Kurier hat sich auf eine Spurensuche begeben und versucht etwas hinter die Kulissen des Zuckerbergischen "Geschichtsbuches" zu blicken. Sein Buch ist eine Gebrauchsanleitung für ein Phanömen, das aber auch die Schattenseiten aufzeigt, was passiert wenn zu sorglos mit den eigenen Daten umgegangen wird, wenn man nicht daran denkt wer alles mitlesen kann.

Zum Buch gibt es auch einen sehr guten Blog, natürlich mit "i like it" button, Steinschaden berichtet hier weiter über Facebook, über die Entwicklungen, die Auseinandersetzungen mit den Datenschützern, über die Neuerungen aber auch über Kritikpunkte. Sein Buch findet hier einen Fortsetzung, die Geschichte vom Phänomen Facebook ist noch nicht zu Ende sondern hat gerade erst begonnen.

 

Jakob Steinschaden

 




Geboren 1982 in Wien, Journalist beim KURIER

zum Blog rund um das Phänomen Facebook

 

 

Jakob Steinschaden im Interview ( Urheberrecht Verlag Carl Ueberreuter)

Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Buch gekommen?

Ich beschäftige mich seit mehr als drei Jahren journalistisch mit dem Web 2.0 und insbesondere

Facebook. Das Online-Netzwerk ist aus meiner Sicht der vorläufige Gipfel einer Entwicklung, die

gemeinhin als Social Media, also die aktive Anteilnahme der Nutzer an Online-Inhalten, bezeichnet

wird. Das wirft genug Stoff für 200 Seiten ab. Ich hatte zudem das Glück, mit Ueberreuter einen

Verlag gefunden zu haben, der zu eben diesem Thema ein Buch herausbringen wollte.

Sind Sie selbst auf Facebook vertreten? Wie viele Freunde haben Sie dort?

Ja, ich habe dort etwas mehr als 200 “Freunde”, die ich aber eher als “Kontakte” bezeichnen

würde. Diese habe ich in verschiedene Listen wie “Familie”, “Arbeitskollegen” eingeteilt. Die

wirklich persönlichen Dinge wie Urlaubsfotos etc. bekommen nur jene zu sehen, die zur Liste “Der

harte Kern” gehören. Seit meinen Recherchen zu meinem Buch benutze ich Facebook aber fast

nur mehr beruflich, die Kommunikation zu Freunden verläuft überraschenderweise nach wie vor via

Handy und eMail.

 

Wie echt sind Facebook-Freundschaften?

Im Schnitt haben Facebook-Nutzer 130 Freunde. Darunter befinden sich meist die drei, vier fünf

echten, wichtigen Freundschaften, aber viele andere, unverbindliche Kontakte. Der Begriff „friend“

ist bei Facebook meines Erachtens nach falsch übersetzt worden, denn im Englischen bezeichnet

man damit auch unverbindliche Bekanntschaften.

Was passiert mit den Profilen Verstorbener?

Viele Angehörige Verstorberner empfinden es als störend, wenn deren Profile online bleiben.

Facebook stellt deswegen ein eigenes Online-Formular bereit, über das man ein Profil in den so

genannten “Gedenkstatus” überführen oder ganz löschen kann. Bei der Bearbeitung eines solchen

Antrags ist aber Geduld gefragt, in der Regel brauchen die Facebook-Mitarbeiter einige Zeit, um

die Änderungen vorzunehmen.

 

Warum ist Facebook gratis? Wie werden Personal und Server bezahlt?

Facebook schaltet basierend auf den vom Nutzer eingegebenen Daten (Alter, Geschlecht,

Hobbies, Wohnort, Ausbildung, Interessen, etc.) personalisierte Werbung. 2010 soll die Firma

damit Schätzungen zufolge mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz machen. Facebook nur als

Werbe-Plattform zu verstehen, greift aber zu kurz. Denn mit den “Facebook Credits” gibt es eine

eigene Währung in dem Online-Netzwerk, mit der man etwa virtuelle Güter in Spielen wie

FarmVille bezahlen kann. Bei jeder Transaktion schneidet Facebook 30 Prozent mit. Bei Facebook

haben aber auch viele Firmen und Persönlichkeiten investiert, allen voran Microsoft, der Moskauer

Yuri Milner und der Hongkonger Milliardär Li Ka-shing. Diese Investoren drängen natürlich auf

einen Börsengang von Facebook, denn dann sind ihre Anteile mit einem Schlag Millionen oder gar

Milliarden Dollar wert. Übrigens ist auch Rocksänger Bono von U2 über die Investment-Firma

Elevation Partners bei Facebook beteiligt.

 

Der Untertitel Ihres Buches lautet “Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt”. Wie

verändert Facebook unsere Gesellschaft?

Es wird oft diskutiert, wie Facebook unsere Freundschaften, unsere politische Partizipation, unser

Surf-Verhalten, unsere Arbeitswelt, unsere Jugend verändert. Im Kern all dieser Fragen steckt

immer die Umwälzung der Privatsphäre durch das Online-Netzwerk. Denn so gut wie nichts, was

man auf seinem Profil schreibt oder hochlädt, bleibt privat. Im Schnitt hat jeder Nutzer 130

Facebook-Kontakte – selbst wenn man seine Privatsphäre-Einstellungen so strikt geregelt hat,

dass nur diese 130 Personen die persönlichen Informationen sehen dürfen, ist das für viele

Menschen eine ungewohnt große Menschenmenge. Das ist, als würde man vor vier Schulklassen

ein Referat über sich selbst halten. Zudem gibt es die Einstellungen, dass Inhalte sichtbar für

“Freunde von Freunde” sind – das sind im Schnitt 16.900 Facebook-Nutzer, also quasi eine

Kleinstadt, vor der man sich entblößt. Es ist also so gut wie unmöglich, so etwas wie Privatsphäre

bei Facebook zu haben.

 

Ist Facebook das Ende der Privatsphäre?


In der Online-Welt, die immer wichtiger wird (durchschnittlich verbringt ein Facebook-Nutzer

zwischen 40 und 55 Minuten pro Tag auf der Webseite), kann man das tatsächlich so sehen. Auch

wenn es so genannte Privatsphäre-Einstellungen gibt, sollte man sich als Nutzer nicht in einer

Privatsphäre wägen. Selbst wenn man seine Einstellungen auf “nur Freunde” setzt und damit nur

durchschnittlich 130 Personen Zugriff auf seine Status-Updates, Fotos, Videos etc. gewährt, ist das

eine Öffentlichkeit – auch rechtlich gesehen. Egal, ob man über den Chef lästert, etwas unwahres

über jemanden behauptet oder kopiert geschütztes Material veröffentlicht – man kann dafür

belangt werden.

 

Was ist Ihr Lösungsvorschlag?

Es gibt einerseits Stimmen, das die Politik Facebook durch Gesetze in den Griff bekommen soll,

andererseits Versuche, auf technischer Basis Daten mit einem Ablaufdatum zu versehen, um so

Jugendsünden, die auf Facebook gespeichert bleiben, zu vermeiden. Ich schlage einen dritten

Weg, wie ihn übrigens auch die Erziehungswissenschaftlerin Barbara Brüning aus Hamburg

vertritt: Kinder und Jugendliche sollten sich in der Schule mit dem Thema “Internet-Öffentlichkeit”

auseinandersetzen, etwa im Rahmen des Informatik- oder Ethikunterrichts. Ich glaube, dass weder

Gesetze noch technische Sicherheitsmaßnahmen so gut vor den mit Facebook einhergehenden

Gefahren schützen wie Nutzer, die Bescheid wissen.

 

Sollte man am besten aussteigen?

Ich kann niemand diese Entscheidung dazu abnehmen. Wer dabei bleiben will, sollte unbedingt die

Privatsphäre-Einstellungen folgendermaßen justieren: Kontaktinformationen wie eMail-Adresse,

Telefonnummer und Wohnadresse nur für “ich” sichtbar machen, Facebook-Applikationen (also

fremde Firmen, wie Spiele wie “FarmVille” auf Facebook anbieten) den Zugriff auf die eigenen

Daten komplett verwehren und nicht die empfohlenen Einstellungen von Facebook übernehmen.

Denn diese sehen unter anderem vor, dass Status-Updates und Fotos für “alle” sichtbar sind –

dass bedeutet nicht nur, dass alle etwa 500 Millionen Facebook-Nutzer sie sehen können, sondern

alle Internet-Nutzer. Weltweit sind das 1,9 Milliarden Menschen. Außerdem würde ich “Interessen

und ,Gefällt mir`-Angaben” für niemanden sichtbar machen, da sich die dortigen Daten

(Lieblingsschauspieler, etc.) mit den Antworten decken könnten, die beim Online-Banking durch

Sicherheitsfragen abgetestet werden.

 

Sind auch Nichtmitglieder betroffen?

Ja, auch Nichtmitglieder werden durch Facebook erfasst. Die Webseite stellt Mitgliedern sehr

einfache Online-Tools bereit, mit denen sie eMail-Adressen, Namen und Telefonnummern anderer

bei Facebook importieren können. Außerdem können Personen auf Fotos markiert werden, also

auch Nichtmitglieder.

 

Warum ist Facebook eine Bedrohung für Google?

Im August 2010, aber auch schon zuvor haben US-Nutzer mehr Zeit bei Facebook als bei GoogleAngeboten verbracht, und das inkludiert Dienste wie YouTube und Gmail. Damit kann Facebook

immer mehr Online-Anzeigen verkaufen, was dem Werbe-Riesen Google ein großer Dorn im Auge

ist. Außerdem hat Facebook viel genauere Daten über die Internetnutzer, da diese freiwillig

Informationen über sich preisgeben, was bei Google in diesem Ausmaß nicht der Fall ist.

Deswegen werden sich gerade diese zwei Unternehmen, aber auch Firmen wie Apple, ein immer

hitzigeres Match um die besseren Nutzerdaten liefern und versuchen, uns immer mehr intime

Details aus der Nase zu ziehen.

Viele Unternehmen sind mittlerweile bei Facebook. Welche Chancen und Risiken ergeben sich

daraus?

Viele Firmen sehen Facebook mittlerweile als Homepage-Ersatz und setzen ihre UnternehmensSeiten dazu ein, Kunden an sich zu binden. Das kann, muss aber nicht Erfolg haben, denn die

Stimmung kann bei Facebook sehr schnell umschwenken. Berühmt ist etwa der Fall Nestlé: Weil

der Lebensmittelkonzern ein kritisches YouTube-Video löschen ließ, haben sich die einstigen

Facebook-Fans plötzlich gegen die Marke gewendet und virtuell protestiert. Dem Ölkonzern BP

geht es ähnlich: Mehr als 800.000 Facebook-Nutzer rufen derzeit online zum Boykott von BP auf.

 

Ist Facebook nur ein kurzlebiger Hype?

Facebook läuft Gefahr, ab einem gewissen Punkt langweilig zu werden. Noch hat die Webseite ein

verruchtes Image, weil man dort intime Details über andere erfahren kann. Wenn aber einmal alle

gelernt haben, dass man nur mehr vorteilshafte Infos veröffentlicht, verliert Facebook seinen Reiz.

Schon jetzt lässt für viele meiner Bekannten dieser Reiz des Neuen nach, was ich an einer

sinkenden Aktivität feststellen kann. Außerdem wächst weltweit der Widerstand gegen die

Datenschutzpolitik der Firma, was ihr bisher aber noch nicht sehr geschadet hat.

 

Warum haben Sie Mark Zuckerberg nicht interviewt?

Ich habe natürlich für ein Interview mit Mark Zuckerberg angefragt. Von Seiten Facebook hieß es,

dass der frühest mögliche Termin der Weltwirtschaftsgipfel Davos 2011 wäre. Dieser Termin ist

lange nach Abgabeschluss des Buches, sollte ich aber mit Zuckerberg sprechen, werden Sie es in

diesem Blog zuerst erfahren.

 

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